Langsam wird die Dunkelheit erhellt. Die ersten Sonnenstrahlen am Morgen stehen im Einklang zur österlichen Botschaft nach dem Tod Jesu am Kreuz. Viele Christen zieht es deshalb besonders zu den Auferstehungsfeiern in den frühen Morgenstunden.

Eine eindrucksvolle Feier fand am Ostersonntag frühmorgens in der Herz-Jesu Kirche in Schwürbitz mit Pfarrer Diter Glaeser statt. Bei Dunkelheit wurde die Osterkerze am Lagerfeuer vor der Kirche entzündet, bevor Pfarrer Glaeser mit dem "Lumen Christi" einschließlich Lektoren, Ministranten und Kommunionkindern in die dunkle Kirche einzog. Der feierliche Gottesdienst wurde vom Kirchenchor unter der Leitung von Heribert Ritzel musikalisch umrahmt. Die Osterbotschaft möge für alle Menschen eine überragende Bedeutung im Leben einnehmen, wünschte Pfarrer Glaeser.

Licht in die Dunkelheit

Bei der Auferstehungsfeier in Marktgraitz hätten zwar in diesem Jahr noch 30 bis 40 Gläubige in der Kirche Platz gefunden, dennoch hat das Besondere zur frühen Stunde nicht an Popularität verloren. 5.30 Uhr ist ja eine außergewöhnliche Zeit für einen Gottesdienst. Noch eine halbe Stunde früher begann die Feier beim ersten Mal 1969 mit Pfarrer Otto Rauh. Marktgraitz war in der Diözese Bamberg damals die erste Pfarrei, die so früh die Auferstehung Jesu feierte. Heute sind es mehrere Pfarreien.
Gut zwei Stunden dauerte die religiöse Feierlichkeit in der Pfarrkirche mit Dekan Michael Schüpferling. Am Osterfeuer vor dem Haupteingang der Kirche entzündete er die Osterkerze und trug das Licht in den finsteren Kirchenraum. Von den zehn Ministranten wurde es an die Gläubigen in den Bänken und auf der Empore weitergereicht. Im Schein der Kerzen wurde des Leidens Christi bis zur Auferstehung des Gottessohnes Gedacht. Dann erfüllte die Orgel das Gotteshaus mit brausenden Tönen wie ein befreiendes Halleluja. Die Chorgemeinschaft Marktgraitz-Mannsgereuth unter der Leitung von Günther Welsch verzauberte mit ihren Stimmen die morgendliche Stunde, die Sonne strahlte goldgelb durch die bunten Fenster neben dem Hochalter.

Lamm am Spieß

Im Pfarrhof drehten derweil seit vier Stunden die Jäger Günter Herrmann, Reiner Wittmann und Hans Girndt ein 18 Kilogramm schweres Lamm am Spieß. Vorbereitet hatte es Metzgermeister Markus Partheymüller. Noch vor Ende er Auferstehungsfeier bildete sich am Verkaufsstand eine Schlange von Genießern, die als Erste etwas von dem seltenen Braten erhaschen wollten. Im Saal des Pfarrzentrums spielte die Blaskapelle unter der Leitung von Kevin Rohrmann. Für den Kaffee war Gabi Geiger seit fünf Uhr dort tätig; Kuchen und Torten hatten wieder Frauen aus der Pfarrei gebacken, auch Bratwürste fanden reichlich Absatz.
Hatte man 1969 angenommen, das Interesse an der Gedenkfeier zu so früher Stunde würde von kurzer Dauer sein, muss man heute feststellen, dass es wohl das Besondere der frühen Stunde ist, was viele Menschen das warme Bett verlassen lässt. Die Besucherzahlen schwanken immer ein wenig. Und manche kommen nicht wegen der religiösen Zeremonie in der Kirche. Sie gehen schnurstracks zur Feuerstelle oder ins Pfarrzentrum, um beim frühesten Frühschoppen des Jahres dabei zu sein. Ha/ld