"Junge Wilde" sind es nicht, die im kommenden Jahr die Sitze im Landtag und Bezirkstag erobern wollen. Aber der CSU-Stimmkreis Kronach-Lichtenfels schickt eine verjüngte Truppe in den Wahlkampf, in der der Lichtenfelser Landrat und CSU-Kreisvorsitzende Christian Meißner mit knapp 43 Lenzen schon zu den reiferen Haudegen zählt. Am vergangenen Donnerstag entschieden sich im Lichtenfelser Schützenhaus die Delegierten zu 100 Prozent für Meißner als Bezirkstagskandidaten. 99 Prozent der 51 Kronacher und 51 Lichtenfelser Stimmberechtigten votierten für Jürgen Baumgärtner als Landtagskandidaten. Völlige Übereinstimmung herrschte auch bei der Nominierung der Listen- oder Zweitstimmenkandidaten: Die Frankenwald-CSU und die Christlich-Sozialen vom Obermain entschieden sich für Holger Then (Landtag) und Oliver Schwämmlein (Bezirkstag).
Kreisvorsitzender Meißner wertete das Ergebnis als historischen Meilenstein für das Zusammenwachsen zweier ehemals selbstständiger Stimmkreise: "Das Zusammenwachsen von Kronach und Lichtenfels ist gelungen", stellte er fest. Mit der Wahl werde ein geschlossenes Signal nach außen gegeben.
Meißner erinnerte an Turbulenzen und Befindlichkeiten bei der Gründung des neuen Stimmkreises Kronach-Lichtenfels im Jahre 2003, die der Vergangenheit angehörten.
Er dankte Bezirksrat Klaus Löffler, dass er sein Mandat niederlegt und den Weg für einen Lichtenfelser Kandidaten freimacht.
Durch sein Ausscheiden als Mitglied des Landtags am 9. September 2011 würden im kommenden Jahr mit einem Kronacher Landtagsabgeordneten die Fäden aufgenommen, die er damals niederlegen musste. "Es tut mir leid, dass ich einige Projekte nicht durchführen konnte", übte der heutige Lichtenfelser Landrat und ehemalige Abgeordnete Selbstkritik. Umso erfreuter war er darüber, dass ihn seine Arbeit als Bezirksrat wieder nach Kronach führen werde. Er ging davon aus, dass auch in Zukunft ein Wechsel der Mandatsträger aus Kronach und Lichtenfels stattfinden wird.

"Anwalt der Menschen"


Klaus Löffler blickte auf seine Zeit als Bezirksrat zurück. Aus der neuesten Haushaltsberatung für 2013 berichtete der Steinbacher Bürgermeister von einer Senkung der Bezirksumlage um einen Prozentpunkt, die den Kommunen nötige Investitionen wie in den Krankenhausneubau in Lichtenfels erleichtere.
Landtagskandidat Jürgen Baumgärtner (39) stellte sich den Delegierten als "Anwalt der Menschen" vor. Neben dem dringenden Ausbau der Bundesstraßen 85, 173 und 303 wolle er sich der Erweiterung des Bildungshorizonts widmen, auch mit dem Mut, auch auf private Träger zuzugehen. Ihm lägen der Erhalt der Grundschulen vor Ort und vernünftige Erreichbarkeit der weiterführenden Schulen am Herzen.
Für demographisch benachteiligte Gebiete forderte er die Verlagerung von Behörden des Unteren und Mittleren Dienstes in den ländlichen Raum. Baumgärtner nahm auch zu seinem Engagement in der rechten Szene Stellung. "Ich war damals 16 Jahre alt und fühlte mich als Visionär", gab er zu. Er habe diesen Fehler erkannt und wolle heute nichts schön reden. Jetzt stehe er auf dem Standpunkt: "Wir brauchen die NPD nicht. Wer seine Heimat liebt, der folgt einer demokratischen Partei".
Der Listenkandidat für den Landtag, Holger Then aus Bad Staffelstein, interessiert sich seit 18 Jahren für die Politik. Der gelernte Bankkaufmann möchte sich verstärkt der Wirtschaftspolitik widmen. Als Vorsitzender der Jungen Union Bad Staffelstein wolle er junge Menschen in der Kurstadt für politische Eigenverantwortung begeistern. Der 27-Jährige will auch eigene, "junge" Ideen einbringen.
Als Zweitstimmenkandidat für den Bezirkstag stellte sich Holger Schwämmlein aus Lochleithen, einem Ortsteil von Mitwitz, vor. Der 28-jährige Koch habe schon lange seine Leidenschaft für die Politik entdeckt.
Delegierte für die Landtags- und Bezirkstagswahl sind Jürgen Baumgärtner, Sybille Fugmann, Angela Hofmann, Bernd Liebhardt, Gerhard Wunder, Christian Meißner, Christian Mrosek, Anna Maria Hoffmann, Peter Schmauser, Emmi Zeulner awe