Burgkunstadt
Versorgung

Burgkunstadter Trinkwasser erhitzt die Gemüter

Der Stadtrat Burgkunstadt hat einer Sanierung der Aufbereitungsanlage "Am Hügel" mehrheitlich zugestimmt. Vorausgegangen war jedoch eine längere Debatte um die hohen Kosten.
Technisch veraltet sind die Anlagen in der Wasseraufbereitungsanlage in der Franz-Roscher-Straße. Foto: Adriane Lochner
Technisch veraltet sind die Anlagen in der Wasseraufbereitungsanlage in der Franz-Roscher-Straße. Foto: Adriane Lochner
Die Sanierung der Wasseraufbereitungsanlage "Am Hügel" in der Franz-Roscher-Straße sorgte in der jüngsten Stadtratssitzung für heftige Diskussionen. Bei einem Ortstermin hatte Wolfgang Fuchs vom Nürnberger Ingenieurbüro Miller den Stadträten kürzlich vorgestellt, wie die technische Erneuerung der 1964 gebauten Anlage aussehen könnte.

Im Stadtrat ging es nun um die Leistungsphasen 5 bis 9. Insgesamt kostet das Projekt 471.000 Euro. Mit Nein stimmten die Mitglieder des Bürgervereins Thomas Müller, Marcus Dinglreiter und Alexander Hanna. "Die Bürger wollen sauberes, sicheres und bezahlbares Wasser", sagte Müller. Burgkunstadt habe mit 2,06 Euro pro Kubikmeter jetzt schon das zweitteuerste Wasser im Landkreis. Die Bürger hätten bisher bereits 1,8 Millionen Euro bezahlt.



Bürgerverein spricht von Porsche


Die zusätzliche Kostenbelastung der Bürger hielt Müller für übertrieben: "Man kann sich nicht immer gleich den Porsche leisten." Da die Anlage noch einwandfrei funktioniere, solle man lediglich den Luftfilter auswechseln, um die Wahrscheinlichkeit einer Keimbelastung zu verringern.

Die Anlage sei veraltet und entspreche nicht den aktuellen Richtlinien, erwiderte Ingenieur Wolfgang Fuchs. "Wasserwirtschaftsanlagen sind nicht gebaut, um sie zu nutzen, bis sie zusammenbrechen." Bei der Sanierung in der Franz-Roscher-Straße gehe es nicht allein um die Filteranlagen, ergänzte Wassermeister Joachim Ruß. Zum Beispiel müssten derzeit die 400 Kilogramm schweren Pumpen per Hand zur Wartung hinausgetragen werden, eine Wartungsöffnung fehlt.

Auch der Vorschlag Müllers, die Kosten sukzessive über die nächsten Jahre zu verteilen, fand keinen Anklang. Wolfgang Sievert (SPD) sagte: "Mit kleinen Maßnahmen tut man sich keinen Gefallen. Am Ende wird das teurer als eine Gesamtmaßnahme."


Uran kann gefiltert werden


Ein weiteres Argument für die Sanierung war die optionale Nachrüstung einer Anlage, die die Uranbelastung verringert. Diese würde zusätzlich etwa 40.000 Euro kosten.

Marcus Dinglreiter fragte noch, ob man die Aufträge im Trinkwasserbereich nicht EU-weit hätte ausschreiben müssen. Der Schwellenwert für Ingenieurleistungen liege bei 414.000 Euro, für Bauleistungen bei 5,186 Millionen. Kämmerin Eber verneinte dies. Ulf Müller (Freie Wähler) warf ein, dass sogar der Freistaat Bayern von europaweiten Ausschreibungen Abstand nehme.