Der beißende Rußgeruch in der Luft ist präsent - auch zwölf Stunden, nachdem im Staffelsteiner Ortsteil Schwabthal knapp 200 Einsatzkräfte zu einem Großeinsatz gerufen worden waren. Das ausgebrannte Gebäude und die umherliegenden Trümmer lassen am Mittwochvormittag eine wahre Materialschlacht erahnen. Dass der Einsatz aber auch an die körperliche Substanz ging, unterstreichen erst eine Handvoll junge Feuerwehrmänner, die erschöpft und ausgelaugt auf einer Wiese liegen. "Das sind einige Atemschutzträger, die sind natürlich fertig", sagt Einsatzleiterin Nicole Trapper von der Feuerwehr Bad Staffelstein. "Die waren den ganzen Tag arbeiten, lagen schon im Bett und dann kommt so eine Nacht." Ohne nur eine Stunde zu schlafen, mussten einige Feuerwehrleute morgens direkt zu ihrer Arbeit fahren, erzählt Trapper.



Um 23.36 Uhr ging die Alarmierung bei mehreren freiwilligen Feuerwehren ein. Markus Zipfel, Kommandant der Feuerwehr Schwabthal, war einer der Ersten am Unglücksort: "Im Prinzip war das komplette Gebäude bereits im Vollbrand." Meterhoch in Flammen stand eine private Hackschnitzelanlage, die zu einem Hotel gehört. Der Hoteleigentümer hatte das Feuer bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Dazu informierte er die Einsatzkräfte sofort über die Gefahrenherde der Anlage: zwei Propangasflaschen und ein Dieseltank. "Dadurch konnten wir die Propangasflaschen schnell lokalisieren und abkühlen", erklärt Markus Zipfel. "Das Feuer war natürlich relativ groß, aber nicht besonders gefährlich, da wir keinen Innenangriff machen mussten, sondern alles komplett von außen mit normalen Wasser löschen konnten."

Die Brandursache ist auch am Tag danach noch unklar. Die Kripo Coburg hat die Ermittlungen vor Ort aufgenommen. "Wenn keine Hinweise auf einen technischen Defekt vorliegen sollten, kann das mit Sicherheit auch länger dauern", sagt Dominik Salosnig, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberfranken auf Anfrage. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf mindestens 500 000 Euro. Verletzt wurde durch den Brand niemand. Als das Feuer ausbrach, befanden sich in einem angrenzenden Stall noch ein Pony und Pferd. Beide Tiere konnten allerdings noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr von Anwohnern in Sicherheit gebracht werden.


Insgesamt waren in der Nacht 165 Feuerwehrleute, zwölf Helfer des THW und 16 Kräfte des Rettungsdienstes im Einsatz. Besonders aufwendig war der Einsatz durch die riesige Menge an Hackschnitzeln, die für viele Stunden im Inneren glühten. "Die mussten mit dem Radlader schaufelweise nach draußen gebracht werden", sagt Zipfel. Mit dem Lader des THW mussten dazu Teile des Dachs abgetragen werden, um an den schwer zugänglichen Stellen zu löschen.

Unter Kontrolle hatte die Feuerwehr die Lage um 1.30 Uhr. Die Nachlöscharbeiten von Glutnestern zogen sich aber bis in die frühen Morgenstunden hin. Und erst am Mittwoch gegen 15 Uhr verließen die letzten tapferen Feuerwehrleute - die Brandwache hielten - nach teils 15 Stunden Dienst, den Einsatzort.