Erneut wurde beim Lichtenfelser Fotoclub der interne Wettbewerb "Bild des Monats" veranstaltet. Aufgrund der aktuellen coronabedingten Situation wurden den Vereinsmitgliedern hierzu die betreffenden Wettbewerbsfotos online zur Abstimmung bereitgestellt. Wie bereits in den letzten Monaten erfreute sich dieses Online-Voting wieder einer regen Beteiligung der teilnehmenden Juroren. Zur Auswahl standen auch diesmal zahlreiche Aufnahmen aus der Natur-, Architektur-, Porträt- und Tierfotografie sowie auch Langzeitbelichtungen und Nachtaufnahmen.

Verträumter Blick auf Staffelberg

Als "Bild des Monats Oktober 2020" wurde schließlich eine Aufnahme vom Staffelberg mit dem darunter liegenden Obermaintal gekürt, die von Fotoclub-Mitglied Peter Müller angefertigt worden war. Am Tag der Aufnahme lag an diesem Morgen der Nebel wie ein dicker Schleier im gesamten Obermaintal und gab dem Fotografen, der sich auf einer erhöhten Position befand, lediglich einen verträumten Blick auf den Staffelberg und die dort befindliche Adelgundiskapelle frei. Kleine, fedrige Nebelschwaden umgaben diesen friedvollen Anblick des Staffelberg-Plateaus, bis nach einiger Zeit der Nebel begann, sich allmählich aufzulösen. Dies war der Augenblick, auf den der Fotograf beharrlich gewartet hatte. Denn wer sich in der Natur zu Hause fühlt und in Demut mit ihr lebt, kennt ihren Verlauf und weiß, welche kostbaren Anblicke sie für den einfühlsamen Betrachter bereithält.

Nachdem sich nun der auflösende Nebel sukzessive immer weiter zurückgezogen hatte, wurden durch die versetzten Höhenkämme der einzelnen Erhebungen in diesem Bereich des Obermaintales nach und nach immer neue "Horizontlinien" sichtbar, die in Eintracht ineinanderzugreifen schienen. Nun war es also so weit und diese eindrucksvolle Herbststimmung konnte endlich fotografisch festgehalten werden.

Ein melancholischer Hauch

Und genau aus diesem Grund, der Offenbarung dieser Horizontlinien, hat der Fotograf seiner Aufnahme den Titel "Horizonte" gegeben. Eine sehr gelungene Landschaftsaufnahme mit einem melancholischen Hauch der Aufbruchstimmung sowie der stillen Hoffnung darauf, dass die Menschheit wieder verantwortungsvoller mit der Natur umgehen sollte.

Und wie viele Horizonte können Sie, liebe Leser, auf der prämierten Aufnahme des Fotografen entdecken?