von unserem Mitarbeiter Stefan Lutter

"Man sieht sie immer geduldig und freundlich im Speisesaal sitzen. Sie beobachtet sehr genau das Heimleben und gibt auch treffende Kommentare dazu ab", beschreibt Maria Geißler-Wiener ihre Mutter.
Und ähnlich wie der Alltag verlief auch die Feier für die Jubilarin am Dienstag: Margareta Wiener überließ ihrer Tochter und Schwiegersohn Joseph das Reden (ihre zweite Tochter Gerlinde war verhindert). Oder den drei von fünf Enkelkindern, die ihrer Oma gratulierten, und allen vier Urenkeln. Und dabei genoss sie die Pralinen, die sie zum Ehrentag geschenkt bekam.
Schon immer habe ihre Mutter Süßigkeiten gerne gemocht und dafür manche deftige Speise stehen gelassen, erzählt Tochter Maria. Andere Gewohnheiten musste Margareta Wiener aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, vor allem ihre kulturellen Interessen. Früher war sie begeisterte Theaterspielerin, und noch gar nicht so lange ist es her, dass sie am Klavier saß, oder sang. Hobbys, die wohl etwas mit der Kindheit und Jugend von Margareta Wiener zu tun hatten, als diese bereits in intensivem Kontakt mit Menschen stand: In Altendorf bei Bamberg geboren, wuchs sie in der Bahnhofsgaststätte auf. Dort bediente sie schon in jungen Jahren die Kunden, wie in der Metzgerei in Buttenheim, die ihre Eltern ebenfalls betrieben, direkt neben dem Geburtshaus von Jeans-Erfinder Levi Strauss. Heute noch spricht sie besonders gerne von ihrem Großvater, mit dem sie sich gemeinsam um die Gäste kümmerte.

Früher Spendensammlerin


Von 1937 an lebte sie als Hausfrau in Bamberg. Nach dem Tod ihres Mannes im Dezember 2001 wollte sie in der Nähe von Tochter Maria sein, die im Weismainer Stadtteil Weiden lebt, und zog im Sommer des folgenden Jahres in das Altenheim Sankt Kunigund. Dort ist sie mittlerweile die zweitälteste Bewohnerin - und damit auch die zweitälteste Altenkunstadterin.
Dies hoben Bürgermeister Georg Vonbrunn und Einrichtungsleiterin Michaela Kloppe während ihre Glückwünsche am Dienstag hervor. Pfarrer Norbert Lang gratulierte der Jubilarin, die früher unter anderem als Spendensammlerin für die Aufgaben der Caritas kirchlich engagiert war und heute noch regelmäßig an den Gottesdiensten im Seniorenheim teilnimmt, im Namen der Pfarrei.
Ein besonderer Wunsch konnte Margareta Wiener allerdings nicht erfüllt werden: Sie vermisst ihre zwei Jahre jüngere Schwester Martha, die - bei bester körperlicher und geistiger Gesundheit - in Dortmund wohnt. Vielleicht wäre eine Familienzusammenführung ein gutes Geschenk für den "runden" Geburtstag, der für die Jubilarin im kommenden Jahr ansteht.