Es ist einer jener Tage, an denen es wenig Spaß macht, von Bad Staffelstein aus eine Reise anzutreten. Regenschauer ziehen hindurch, der Wind drückt unter die Vordächer am bereits länger geschlossenen Bahnhof, die so nur wenig Schutz bieten können.
Dass die allgemeine Lage an der Bad Staffelsteiner Station nicht gut ist, hat inzwischen auch die Bahn erkannt. Seit Anfang des Jahres stehen Automaten-Guides auf dem Bahnhof, so nennen sich die Männer in den roten Jacken, die Reisende beim Kauf von Fahrkarten beraten - und bei Problemen auch beim Bedienen der Geräte helfen. Das ist ein Angebot, das die Bahn sonst an großen Bahnhöfen wie Nürnberg, Würzburg oder München bietet. "Hier ist für so einen kleinen Ort recht viel geboten", meint der Mann, der zurzeit hier Dienst tut.
Bald könnte sich die Situation weiter verbessern. Franz Lindemair, Sprecher der DB Mobility Logistics AG für Bayern, bestätigte am Mittwoch unserer Zeitung, dass es ganz konkrete Verhandlungen mit einem möglichen Betreiber einer Agentur gäbe, die künftig im Bahnhof Fahrkarten verkaufen soll. "Da finden vielversprechende Gespräche statt mit einem Bewerber." Bevor man weitere Auskünfte gäbe, wolle man aber erst das Ergebnis der Verhandlungen abwarten.
Ein Verkauf von Fahrkarten am Bahnhof war schon einmal ein Thema in jüngerer Zeit - im Bürgermeisterwahlkampf sprach Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) davon, dass es eine Agentur in einem Container am Bahnhof geben könnte. Danach wurde es wieder ruhig um das Thema. Was sich nun abzeichnet, wäre sogar eine bessere Lösung, denn so sähe das Areal schöner aus - und es kehrt wieder Leben in den Bahnhof ein.
Das Gebäude steht schon lange leer und hat einen neuen, privaten Eigentümer. Die Stadt hat immer wieder versucht, eine Lösung für eine Öffnung der Wartehalle zu finden, damit die Reisenden bei Kälte oder schlechtem Wetter Schutz haben - bisher ohne Erfolg. Lindemair konnte jedoch noch nicht sagen, ob auch über so eine Option nachgedacht werde.
"Wir haben, wenn man die Reisebüros einrechnet, die ja auch Fahrkarten der Bahn verkaufen, in Bayern einige hundert solcher Verkaufsstellen. Die Post hat vor etwa zehn Jahren auch mit so einem System angefangen", erläutert er das Agentursystem. So eine Post-Agentur gibt es auch in Bad Staffelstein. Im Januar 2010 übernahmen Maria und Jürgen Fusshöller die Dienstleistungen der Post - und auch hier blieb man im bisherigen Gebäude in der Bahnhofstraße - analog zur Lösung, die sich nun für den Fahrkartenverkauf der Bahn im Bahnhof abzeichnet.