Zwar wollte Müller nicht vom Aus des Traditionsfestes sprechen. Und doch waren seine Worte ("Wir müssen uns Gedanken machen, wie und wo wir in Zukunft feiern") nicht nur auf den Verein gemünzt, der Planungssicherheit möchte. Angesprochen fühlen durfte sich auch Bürgermeister Udo Dauer, der in den zurückliegenden Monaten gemeinsam mit dem Stadtrat - und bislang ergebnislos - auf der Suche nach einem Ausweg für das Zufahrtsproblem zum Kastenhof war.

Bekanntlich läuft in diesem Jahr die Vereinbarung mit einem Anwohner aus, wonach Transporter für Fahrgeschäfte sein Grundstück passieren dürfen, um zum Festplatz zu gelangen; die einzig verbleibende Passage, das Tor zum Kirchplatz, ist zu niedrig für größere Lastwagen.

Der, der zuvor beim Anstich im Beisein der Vereinsführung, einiger Stadträte und seines Altenkunstadter Amtskollegen Georg Vonbrunn das Festbier mit nur einem
Schlag sprudeln hatte lassen, war um Optimismus bemüht: "Ich bin zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden und im nächsten Jahr unter der Federführung der Blasmusik zum 46. Mal Kerwa gefeiert wird."

Ebenso wie Hans Müller hob er den Einsatz der freiwilligen Helfer beim Festwochenende hervor und verwies auf die Kirchweih als Bestandteil des städtischen "Jubiläumsreigens" im Abt-Knauer-Jahr. Dieser setze sich unter anderem mit dem Bundesbezirksmusikfest in zwei Wochen und später mit dem Schützenfest fort.
Musikalisch begonnen hatten die Feierlichkeiten eine gute Stunde früher mit einem Standkonzert vor dem Rathaus. Unter der Leitung von Gerhard Mager unterhielt die Hauptkapelle die Schaulustigen am Marktplatz und die Gäste in den Straßencafés mit zünftigen Melodien wie "Böhmischer Traum" und "Schwarz-rot-gold". Nach dem "Oberfrankenmarsch" formierten sich Musiker und Ehrengäste zu einem Festzug, um den Festwirt abzuholen. Auf dem Gelände der Brauerei Püls wünschte Hans Püls der Traditionsveranstaltung einen guten Verlauf und hoffte auf einen gelungenen "Test für das große Musikfest".

Dank des guten Wetters war der Besuch am ersten Kirchweihtag ordentlich, wobei sich die meisten Gäste im Biergarten des Kastenhofs aufhielten. Über ein volles Zelt konnten sich die Veranstalter dann am Samstagabend freuen, als die "Islinger Musikanten" aufspielten.
Nach der gestrigen Kirchenparade und dem Auftritt der "Pünzentaler" bildet am heutigen Montag ein Unterhaltungsnachmittag mit Kaffee und Kuchen den Abschluss der Kirchweih. Der Seniorenclub Sankt Martin trifft sich ab 14 Uhr im Festzelt, wo von 18 Uhr an die gastgebende Kapelle den Ausklang umrahmen wird.