Zwei Tage war der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, im Dekanat Michelau zu Besuch, um verschiedene Einrichtungen im Landkreis Lichtenfels kennenzulernen. Dekan Johannes Grünwald bezeichnete ihn als einen Seelsorger, der vielen bekannt sei ob als Pfarrer im Dekanat Coburg, als Redner und Festprediger bei verschiedenen Veranstaltungen oder als Professor an der Universität Bamberg.

Erste Station des straffen Besuchsprogramms war die Johann-Puppert-Schule in Michelau. Zusammen mit Schulleiterin Alexandra Kober informierte sich der Bischof über die Schulkindbetreuung, die seit sechs Jahren einen Schwerpunkt in der kirchlich-diakonischen Arbeit des evangelischen Dekanats Michelau im Landkreis Lichtenfels darstellt.

Große Erfolge habe die sozialpädagogische Arbeit mit den Schülern in der eCn-Klasse (Eine Extrachance nutzen) erzielt, berichtete die SozialpädagoginJulia Nielsen.
In dieser Einrichtung können Schüler den Hauptschulabschluss nachholen. Im vergangenen Jahr erreichten alle Schüler, darunter auch einer aus der Förderschule, das Ziel, und viele sogar den qualifizierten Hauptschulabschluss.

Ein Bischof von hier

Auch im Kinderhort der Johann-Puppert-Schule war der Landesbischof ein gern gesehener Gast: er mischte sich sofort unter die Grundschüler und setzte sich zu ihnen im großen Kreis auf den Boden.
Anschließend führte der Weg des Landesbischofs in die Arbeitswelt. In Burgkunstadt besuchte er die Maschinenfabrik Karl Eugen Fischer. Begleitet von Sozialsekretär Frank Meixner und der stellvertretenden Leiterin des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA), Bianca Schnupp, führten die Mitglieder des Betriebsrats den Besuch durch die Werkshallen.

Bei seiner nächsten Station, im evangelischen Gemeindehaus in Staffelstein, beleuchtete der Repräsentant der evangelischen Landeskirche in Bayern die Situation im Dekanat Michelau. Als Präsident der Dekanatssynode gab Frieder Flierl zu verstehen, dass das "Wir-Gefühl" in diesem Bezirk nicht leicht herzustellen sei. Präsidiumsmitglied Dorothea Benecke beklagte, dass sich Menschen zwischen 25 und 50 Jahren kaum mehr von den kirchlichen Angeboten ansprechen ließen.

Am Abend gab sich der Landesbischof dann bei seiner Rede vor Vertreter aus Kirche und Politik im großen Saal der Kreissparkasse als überzeugter Provinzler zu erkennen. Viele Jahre sei er im westlichen Oberfranken Zuhause gewesen und nur das Amt des Landesbischofs habe ihn nach München gelockt.
Am zweiten Tag seiner Visite am Obermain lernte er die neue Gesamtverwaltungsstelle mit integrierter Diakonie kennen und notierte sich die Anliegen der Diakonie.

Er versprach, wenn er demnächst Bundeskanzlerin Merkel treffe, werde er unter anderem die Förderung benachteiligter Jugendlicher ansprechen.