• "Russen-Aldi": Billig-Discounter Mere plant ersten Laden in Bayern
  • Kette will Konkurrenz von Aldi, Lidl & Co. mit Kampfpreisen ausstechen
  • Neuer Supermarkt soll in ehemaliges Rewe-Gebäude einziehen
  • Immobilienfirma mit Ansage: Eröffnung bereits in wenigen Wochen?

Der "Russen-Aldi" Mere eröffnete 2019 die erste deutsche Filiale in Leipzig. Damals war der Andrang so groß, dass der Markt wegen Lieferengpässen bereits nach einer Woche kurzfristig schließen musste. Jetzt will die Discounter-Kette nach Bayern expandieren, genauer gesagt ins oberfränkische Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels). Nach Aussagen der zuständigen Immobilienfirma könnte der Billig-Discounter bereits in wenigen Wochen eröffnen.

Update vom 10.06.2021, 11.06 Uhr: "Russen-Aldi" Mere eröffnet erste Filiale in Franken 

Der Discounter Mere (Spitzname "Russen-Aldi") plant in das ehemalige Rewe-Gebäude in der Weismainer Straße 70 in Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels) einzuziehen. Es wäre die erste Filiale der Supermarktkette in Franken, die bereits Filialen in Leipzig, Zwickau, Halle und Homburg betreibt. Im März 2021 hatte der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Altenkunstadt den Bauantrag einer Immobilienfirma genehmigt, die das seit 2015 leerstehende Gebäude an den "Russen-Aldi" verpachten will. 

Seitdem wurde jedoch noch kein offizieller Eröffnungstermin genannt. Das Unternehmen wirbt mit dem Motto "Jeden Tag nur Tiefstpreise" und machte etwa in Homburg mit Billigpreisen (500 Gramm Hackbraten für 1,07 Euro) auf sich aufmerksam. "Unsere Aufgabe ist es, Verbrauchern mit niedrigem und mittlerem Einkommen die Möglichkeit zu bieten, Waren zu günstigsten Preisen zu kaufen", beschreibt sich die Kette selbst. Mehr als 1500 Produkte, vor allem Lebensmittel und Haushaltswaren, erwarten die Kunden beim "Russen-Aldi", heißt es. 

Aber wann eröffnet der Discounter seine erste Franken-Filiale? "Im Moment tut sich noch nichts", so der Oberbürgermeister von Altenkunstadt, Robert Hümmer (CSU), gegenüber inFranken.de. "Es gibt keine Bautätigkeit, mehr weiß man nicht." Eigentlich habe es geheißen, der Supermarkt solle im Mai kommen, sagt ein Mitarbeiter des Bauamts. Doch bisher habe man noch keine Nachricht erhalten, wann es losgehe. Allerdings sei der Eigentümer auch nicht verpflichtet, dies bei der Stadt zu melden. 

Mere soll Gebäude noch im Juni übernehmen 

Die Supermarktkette selbst will auf Anfrage von inFranken.de keine Details nennen. "Wir können keine Informationen dazu geben, ob und wann der Markt in Altenkunstadt wirklich verwirklicht wird", so eine Mitarbeiterin der TS Markt GmbH, einer Tochtergesellschaft der russischen Supermarktkette Torgservis, die für die deutschen Mere-Märkte zuständig ist. Man sei "noch in Planung". Allerdings gebe es sehr viele Anfragen von Menschen, die wissen wollten, wann es endlich losgeht.

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Konkreter äußert sich Prokurist Karl-Georg Porth von der "Concarus Real Estate", Ansprechpartner der Gemeinde zum Projekt. "Aktuell planen wir die Revitalisierung der Liegenschaft. Der Lebensmitteldiscounter wird dort einziehen", so Porth gegenüber inFranken.de. Und überrascht mit einer Ansage: "Wir rechnen damit, das Gebäude noch in diesem Monat an den Betreiber zu übergeben." Steht damit bereits ein Eröffnungstermin fest? Porth geht davon aus, dass die Umbaumaßnahmen im ehemaligen Rewe "nicht allzu lange dauern" werden. Seine Prognose: "Im Juni bis Juli sind die sicherlich am Netz."

Erstmeldung vom 27.03.2021: Erster "Russen-Aldi" in Bayern - Mere zum Teil sogar billiger als Aldi

Der Discounter plant, in ein ehemaliges Rewe-Gebäude einzuziehen. "Wir sind sehr zufrieden, dass das Gebäude wieder genutzt wird", sagt Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) inFranken.de. "Für Altenkunstadt bedeutet es, dass wir wieder einen Leerstand weniger haben", freut er sich. "Ich denke, dass der Markt auch genutzt wird. Wir haben ja auch 10 Prozent Übersiedler hier und auch für sozial schwächere Personen, die nicht viel ausgeben können, wird es gut sein. Es soll dort ja ziemlich günstige Angebote geben."

"Jeden Tag nur Tiefstpreise" ist das Motto der Mere-Discounter. Sie gehören der TS Markt GmbH, einer Tochtergesellschaft der russischen Kette Torgservis. Der "Russen-Aldi" hat hauptsächlich lange haltbare Produkte wie Konserven oder Tiefkühlwaren im Angebot. Schnell verderbliche Artikel wie Backwaren oder Obst fehlen hingegen. Dafür sind die Angebote des Discounters eine klare Ansage für Aldi, Lidl & Co. Mit diesen Kampfpreisen wirbt beispielsweise der Supermarkt in Homburg, der 2020 eröffnet hat.

  • 500 Gramm Hackbraten für 1,07 Euro
  • 500 Gramm Rama Margarine für 49 Cent
  • 3 Liter Eistee für 59 Cent (19 Cent pro Liter)
  • 50 Einwegmasken für etwa 7 Euro (14 Cent pro Stück)
  • 20 FFP2-Masken für 13,41 Euro (67 Cent pro Stück)

Mere-Supermarkt in Altenkunstadt: Konkurrenz für Rewe und Lidl

Im Gegensatz zu bekannten Supermärkten wie Aldi, Lidl oder Rewe sind die Produkte im Mere-Discounter nicht in Regale einsortiert, sondern liegen auf hoch gestapelten Paletten.

Einziehen soll Mere in ein leerstehendes Gebäude mit etwa 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche, in dem früher ein Rewe war. "Das Gebäude wurde an die Dalle und Kalle Grundbesitz GmbH verkauft. Die will es jetzt vermieten und ist deswegen auf uns zugekommen. Eigentlich wollten sie auch eine Spielothek rein machen, aber das haben wir abgelehnt. Ein Lebensmittelmarkt darf aber einziehen", sagt Bürgermeister Hümmer.

Nicht weit entfernt befinden sich bereits ein Lidl sowie ein Rewe, sodass der Ort eigentlich bereits gut mit Nahversorgern ausgestattet ist. "Es bringt aber ein bisschen Abwechslung rein. Konkurrenz belebt das Geschäft, sage ich immer", so Hümmer. Um den Markt herum gebe es auch noch weitere freie Flächen für andere Interessenten, fügt er hinzu.

Bisher gebe es bayernweit noch keinen Mere-Discounter und vorerst seien auch keine geplant, heißt es vonseiten der TS Markt GmbH. "Da müssen wir ja eine große Eröffnungsfeier planen", sagt Hümmer lachend. Dafür fehlt aber noch ein Termin. Während das Unternehmen dazu noch keine offizielle Aussage machen möchte, ist für Bürgermeister Hümmer bereits alles geklärt. "Es ist schon alles unterschrieben und meines Erachtens wollen sie da auch Gas geben. Ein paar kleine Umbauarbeiten werden sie aber noch machen müssen." Dann soll der erste "Russen-Aldi" in Bayern aufmachen.

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