"Ich habe niemals daran gedacht, 50 Jahre später die Grußworte zu sprechen". Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) kann sich noch gut an seinen ersten Tag an der Adam-Riese-Schule erinnern. Nach dem Gottesdienst haben Kohmann, der damals die zweite Klasse besuchte, und seine Mitschüler ihre Stühle in die Hand genommen und sind von alten Schulhaus neben der Kirche in das neue Gebäude in der St.-Georg-Straße umgezogen. Dort, erinnert sich Kohmann, hätten die Kinder anschließend der Eröffnungsrede des damaligen Bürgermeisters Anton Mittelweger gelauscht.
Mit zahlreichen Ehrengästen, ehemaligen Lehrern, Schulleitern und Schülern feierte die Schulfamilie am Freitag in der Adam-Riese-Halle den runden Geburtstag. Dem Anlass entsprechend gab es Reden, einen Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre und ein kulturelles Rahmenprogramm durch Schüler und Lehrer.

Für Staffelstein war das Jahr 1965 ein Meilenstein in der Schulgeschichte. "Nach jahrelangen Diskussionen und Vorbereitungen konnte endlich der Unterricht an der neuen Adam-Riese-Schule beginnen", erinnerte Schulleiterin Astrid Balzar. Mit dem Einzug am 3. November 1965 wurde der erste Bauabschnitt abgeschlossen. In das neue Schulgebäude zogen damals 550 Kinder ein, die sich auf 15 Klassen verteilten.


Grundschule als Grundlage

Auch Schulrätin Gisela Rohde ist ihr erster Schultag an der Adam-Riese-Schule noch im Gedächtnis geblieben. Ihre Lehrkräfte haben in ihr einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen, dass sie Jahre später Lehramt an Grundschulen studierte. Der Schulgemeinschaft wünschte Rohde auch weiterhin Gesundheit, Innovationsfreude und ein gedeihliches Zusammenwirken zum Wohle der Schüler.
Michael Lieb, Direktor der der Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein, schloss sich den Glückwünschen an. Ein schulischer Erfolg sei heute mehr denn je notwendig für die Laufbahn der Kinder, sagte er. Dazu brauche es eine engagierte Lehrerschaft.
In seinen Grußworten erinnerte Stadtpfarrer Georg Birkel an den Namensgeber der Schule. Es sei ein Anliegen von Adam Ries gewesen, dass die Menschen rechnen können, damit sie nicht über das Ohr gehauen werden.
Stellvertretender Landrat Helmut Fischer (CSU) sagte, die Grundschulstandorte seien vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung gesichert. Jedoch nicht jeder Mittelschulstandort könne auf eine gesicherte Zukunft blicken: "Da werden auf die Kommunen noch so manche Probleme zukommen."
Viele Schüler haben in den vergangenen 50 Jahren ihre Spuren hinterlassen: Daran erinnerten die Schülersprecher Bastian Zipfel und Anna Monczkowski. Als Beispiele nannten sie die Gemälde, die sich an den Wänden im Schulhaus befinden und die Umgestaltung des Pausenhofes. Auch bei Basaren sowie bei Gesundheits- und Sporttage habe eine aktive Schülerschaft unter Beweis gestellt, dass es schon immer um mehr ging als nur ums Lernen.


Zum Fest gab's viel Musik

Das Rahmenprogramm konnte sich sehen lassen. Die musikalischen Beiträge gestalteten eine aus Lehrern und Schülern bestehende Bläsergruppe, die Flötengruppe unter der Leitung von Johanna Kalb, der Grundschulchor unter Bernd Donath, der Lehrerchor unter der Leitung von Walter Eckl und Walter Breitenbach.
Eine Premiere durfte der "Schulrap" feiern. Die Idee, die Vertreter jedes Einschulungsjahrgangs noch einmal mit einer Schultüte zu würdigen, geht auf Erika Ullmann und Barbara De uber zurück.
Kleine Schultüten gab es für Bürgermeister Jürgen Kohmann (da seine Klasse der letzte Jahrgang gewesen ist, der noch im alten Gebäude eingeschult wurde), für Edmund Seidel (als Vertreter des Jahrgangs, der als erster im neuen Gebäude eingeschult wurde) und für die kleine Lena-Sophie Schmidt (als Vertretern des jüngsten Einschulungsjahrgangs).

Jonglage erzählte die Schulgeschichte nach


Dass sich mit einer Jonglage die ganze Schulgeschichte erzählen lässt, zeigte Lehrer Josef Hartmann. Während bei den unausweichlichen Diskussionen zu Lehrplänen und Methoden die Bälle schneller durch die Luft wirbelten, verharrte ein Ball regungslos beim Thema schummelnde Schüler.
Mittels einer Powerpoint-Präsentation wurde die Schulentwicklung der vergangenen 50 Jahre aufgezeigt.