von unserem Redaktionsmitglied Linda Möslein

Lichtenfels — Wer eine Tankstelle mit vermeintlich günstigem Sprit sieht, sollte nicht lange zögern, denn vorher noch woanders einen kurzen Zwischenstopp einzulegen, könnte teuer enden: die Spritpreise verändern sich mehrmals täglich und nicht selten muss man tief in den Geldbeutel greifen, um die Tankfüllung zu bezahlen.
Waltraud Hornung, Pächterin der Aral-Tankstelle in Lichtenfels, beschreibt die Gründe für das preisliche Auf und Ab so: "Abends gehen die Preise meistens runter und morgens wieder rauf. Da kommt dann ein Zettel von der Zentrale und schon müssen wir umstellen."
An den Pächtern liegt es also nicht, dass man in der letzten Zeit für 50 Euro nur um die 30 Liter Benzin bekommt. Im Gegenteil, durch die Konkurrenz zu anderen Tankstellen werden die Preise eher am unteren Limit gehalten, weiß auch Manfred Grob, Pächter der Shell-Tankstelle in der Bamberger Straße in Lichtenfels. "Natürlich müssen wir uns generell an die Vorgaben aus Hamburg halten. Aber wir können auch auf Preiswechsel bei unseren Konkurrenten reagieren. So versuchen wir unseren Kunden den günstigsten Kraftstoff anzubieten."

Stetiger Preisanstieg


Trotzdem konnte man in den vergangenen Wochen einen stetigen Anstieg der Preise beobachten. Karin Reichert, Kundin bei der Walther-Tankstelle in Lichtenfels, macht vor allem die hohen Steuern für die Preise verantwortlich. Tatsächlich haben die staatlichen Abgaben mit Energie-, Öko- und Mehrwertsteuer den Löwenanteil am Kraftstoffpreis. Laut Oliver Partheymüller, einem Vielfahrer aus dem Landkreis Lichtenfels, zeigen die hohen Preise auch die große Abhängigkeit vom Rohölpreis auf. Denn vor allem wer beruflich viel und unregelmäßig unterwegs ist, kann nur schlecht auf sein Auto verzichten und fährt trotz hoher Kosten regelmäßig die Tankstelle an.
Auf das Geld geachtet wird dabei aber trotzdem. Manfred Poluda aus Bad Staffelstein tankt häufig sonntags, wenn der Spritpreis fällt, und vergleicht außerdem die Tankstellen untereinander. "Teilweise ist es in Lichtenfels wesentlich günstiger als in Bad Staffelstein. Dabei sind das nur wenige Kilometer Entfernung", meint er. Vergleichen lohnt sich also auch. Andere Kunden, wie Karin Reichert, nehmen sich einen festen Betrag vor, bevor sie eine Zapfsäule anfahren. Diese Beobachtung machen auch die Tankstellenpächter im Landkreis, die vermehrt Beträge zwischen 20 und 50 Euro verzeichnen. Oliver Partheymüller rät außerdem auch zum gleichmäßigen fahren, denn so verbrauche man deutlich weniger Sprit.

Mehr Beschwerden


Neben den Preisen ist auch die Anzahl der Beschwerden angestiegen. "Das geht den ganzen Tag über", berichtet Manuela Schmitt, die bei der Walther-Tankstelle in Lichtenfels angestellt ist. Sie rät außerdem dazu,vermehrt freie Tankstellen aufzusuchen, die nicht an eine Kette gebunden sind, da man hier auch oftmals den einen oder anderen Cent pro Liter einsparen könne.
Ein teurer Spaß bleibt Autofahren vorerst trotzdem. Doch Tankstellenpächter Manfred Grob macht Mut: "Die Preise werden wieder fallen. Das hatten wir ja auch in der Vergangenheit schon öfter." Durchhalten ist also angesagt.