Am 15. Mai haben sie sich auf den Weg gemacht, um ganze 1200 Kilometer quer durch Deutschland bis nach Österreich zurück zu legen - zu Fuß. Am Freitag kamen Jan Daniels Poppinga und seine Begleiterin Christine Gohlke nach 697 Kilometern in Bad Staffelstein an.

Ihr Vorhaben ist schnell erklärt: In Norddeutschland starteten die beiden ihre Tour an der Schön-Klinik in Neustadt (Schleswig Holstein). Dort arbeiten die beiden auch. Nun wandern sie von Klinik zu Klinik, bis nach Salzburg, wo die Holding ihren Sitz hat - insgesamt 1200 Kilometer. Ihren kompletten Jahresurlaub verbringen Poppinga und Gohlke jetzt unterwegs.

Idee enstand vor dem Kamin


Doch wie kommt man überhaupt auf eine solche Idee? "Im Winter saßen wir vor dem Kamin, weit weg von jeder Möglichkeit, Sport zu machen", sagt Poppinga. Dann haben die beiden etwas über zwei Studenten erfahren, die - einfach so - nach Indien gelaufen sind. Zunächst wollten Poppinga und Gohlke in den Nahen Osten reisen. "Dort ist es allerdings schwierig, als Frau in kurzen Hosen durch die Landschaft zu wandern", sagt Gohlke, "deshalb haben wir uns letztlich doch für Deutschland entschieden."

Beide arbeiten in einer Schön-Klinik und hatten zunächst befürchtet, "der Chef würde einen Herzinfarkt bekommen, wenn wir ihn nach sechs Wochen Urlaub am Stück fragen." Der Chef aber war von der Idee von Klinik zu Klinik zu wandern begeistert - und so war auch der Urlaub kein Problem.
"Wir haben dann einen ersten Test gemacht und sind 20 Kilometer gelaufen, um ein Eis zu essen", so Poppinga. Das habe ihn schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Deshalb trainierten und planten sie über ein Jahr vor ihrer großen Reise.

Inzwischen haben Gohlke und Poppinga ihre ganz eigene Strategie entwickelt, um den Widrigkeiten eines so langen Marsches zu trotzen. "Alle drei Stunden machen wir Pause, wechseln unsere Socken und schmieren die Füße mit Hirschtalg ein", sagt Gohlke. Denn: Wo Fett ist, kommt kein Wasser hin. Die gebrauchten Socken baumeln dann am Rucksack, bis sie wieder trocken sind.

Als die Wanderer gestern die Schön-Klinik in Bad Staffelstein erreichten, wurden sie von einem Teil des Klinikchores mit dem Frankenlied begrüßt. Eine etwas unfreundlichere Begrüßung bekamen die beiden Norddeutschen als sie die Grenze von Thüringen nach Bayern überquerten. "Wir waren kaum in Bayern angekommen, da schüttete es zehn Minuten wie aus Eimern", so Gohlke.

Kondition ist konstant


Auf die Frage, ob die Kondition mitspiele, sagt Poppinga: "Unsere Form ist konstant, danach kann man die Uhr stellen. Schließlich haben wir vor vier Wochen schon angekündigt, dass wir um 15.30 Uhr in Bad Staffelstein eintreffen werden." Und tatsächlich, um Punkt 15.27 Uhr biegen die beiden auf den langen Weg, der zur Klinik führt, ein.

Insgesamt durchquerten sie sieben Bundesländer, "wenn man Franken nicht mitzählt", sagt Poppinga. Von Bad Staffelstein aus geht es für die beiden jetzt weiter Richtung Süden. Am 20. Juni werden sie dann in Salzburg ankommen.