Seit wann existiert die Altenkunstadter Pfarrkirche? Was befand sich ursprünglich im Pfarrheim? Wer ist der Rechtsträger des Pfaffendorfer Gotteshauses? Fragen, die die Köpfe rauchen ließen. Doch es lohnte sich, den Grips anzustrengen. Die Frage-und-Antwort-Spiele der Kathi-Baur-Kindertagesstätte und der Kirchenstiftung Pfaffendorf waren beim zentralen Jubiläumsfest zur 1200-Jahr-Feier der katholischen Pfarrgemeinde Altenkunstadt aber nur eine Attraktion unter vielen.

Gefeiert wurde auf dem Gelände des Pfarrheims, im Jugendheim "Villa", auf der für den Verkehr teilweise gesperrten Klosterstraße, und auch in der Pfarrkirche folgte ein Event dem anderen. Der Besucheransturm war groß. Kirchliche Gruppen, Vereine, Chöre, Solisten und Künstler warteten mit einem vielfältigen Angebot auf. Die Werkstätten St.
Joseph in Burgkunstadt waren mit einem Verkaufsstand vertreten, während die Abteilung Offene Hilfen und die Außenwohngruppe Lisa der Regens-Wagner-Einrichtungen für jede Menge Spiel und Spaß sorgten. An Ideen für einen vergnüglichen Nachmittag mangelte es auch der Abteilung Frühförderung des Heilpädagogischen Zentrums Lichtenfels nicht. Die Basteldamen des katholischen Frauenkreises, die dem Wetter nicht trauten, boten in der Garderobe des Pfarrheims gestrickte und gehäkelte Sachen zum Kauf an. Der Erlös kommt kirchlichen und sozialen Zwecken zugute. Kinder und Jugendliche kamen beim Jubiläumsfest auf ihre Kosten.

Aktionen des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und der Altenkunstadter St. Georgspfadfinder ließen keine Langeweile aufkommen. Als "absoluter Renner" erwies sich das Tanzprojekt von Alice Göhl. Die jüngste Teilnehmerin war drei Jahre alt.

Bei der Feuerwehr konnten sich Kids über die Arbeit der Brandschützer informieren, die Ausstattung eines Feuerwehrautos kennenlernen und sich selbst mal ans Steuer setzen.

"Die lange und traditionsreiche Geschichte der Urpfarrei Altenkunstadt sollte für uns auch heute noch Auftrag sein", erklärte Thomas Geldner bei einer Kirchenführung. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende informierte über das 1537 fertiggestellte Gotteshaus und seine drei Vorgängerkirchen aus karolingischer, romanischer und frühgotischer Zeit.

Pastoralreferent Josef Motschmann unternahm mit Besuchern einen "Historischen Rundgang" durch Altenkunstadt. Ziel der geschichtlichen Exkursion war die ehemalige Synagoge im Judenhof. Hobbykünstler Ernst Müller stellte das Skulpturen-Ensemble vor, das er für die 1200-Jahr-Feier geschnitzt hat. Unter dem Motto "Kunst an der Kirche" können die Holzplastiken bis zum Kirchweihsonntag, 13. Juli, be-wundert werden.


Klingende Akzente

Musikalisches Highlight des Jubiläumsfestes war das geistliche Konzert. Roland Schöps, Lehrer an der Berufsfachschule für Musik in Kronach, hatte es perfekt organisiert. Unterstützt wurde der Kirchenmusiker, der den Orgelpart bestritt, von Valentina Backert (Blockflöte), Johannes Enders (Violine) und Mathias Weckbrodt (Percussion). Eine Stunde lang präsentierten die Solisten Werke internationaler Komponisten. Dietrich Buxtehudes "Präludium, Fuge und Chiaconne in C" sorgte für einen fulminanten Auftakt. Musik für die Seele bekamen die Zuhörer bei Max Regers "Romanze in G-Dur" geboten. Gute Laune versprühte der 2008 von Michael Schütz komponierte "Israelische Tanz".

Atemberaubend das Finale. Bei Sigfrid Karg-Elerts Orgelwerk "Nun danket alle Gott" (Marche triomphale) zog Roland Schöps alle Register. "Da kriegt man richtig Gänsehaut, so schön ist das", schwärmte eine Zuhörerin. Das Publikum klatschte begeistert Beifall. "", lobte Thomas Geldner, der allen Mitwirkenden dankte.

Der Posaunenchor Burgkunstadt-Strössendorf trat beim Jubiläumsfest gleich zwei Mal auf: in der Kirche und bei einem Standkonzert auf dem Gelände des Pfarrheims. Eine ökumenische Vesper in der Pfarrkirche rundete den Festtag besinnlich ab. Die Predigt hielt Pfarrer Jürgen Rix von der evangelischen Kirchengemeinde. Der Kirchenchor aus Weismain und Bürgermeister Udo Dauer an der Orgel übernahmen die musikalische Ausgestaltung.