9. Klasse an der Paul-Gerhardt-Schule in Kahl am Main. Die Schüler des M-Zweiges der Mittelschule schauen interessiert zur digitalen Tafel. Ein Video zeigt Szenen aus einem philippinischen Armenviertel. Nur wenige Minuten später folgen Bilder indonesischer und philippinischer Mikrokredit-Empfänger mit ihren Verkaufsständen. Gleich darauf runden fröhliche indonesische Klänge und Bilder aus einem Grundlagenseminar für Kleinstunternehmer auf Lombok die Präsentation ab.

Begeistert erzählte Silvia Schüßler, Gründungs- und Vorstandsmitglied der Hösbacher Global Micro Initiative e.V. (GMI), von den Menschen, die durch GMI die Chance auf ein Leben oberhalb der Armutsgrenze erhielten. Eingeladen wurde Schüßler, die als Sekretärin an der Paul-Gerhardt-Schule arbeitet, von Martin Wunderlich, dem Schulleiter der Mittelschule, der gerade mit seiner Klasse das Thema “Nachhaltigkeit in der Entwicklungshilfe” behandelt.

In ihrem Vortrag hob Schüßler die Wichtigkeit der Partnerschaft zwischen GMI und einheimischen Organisationen hervor, ohne die eine kontinuierliche begleitende Förderung und Schulung der Mikrokredit-Empfänger nicht möglich wäre. “Diese enge Zusammenarbeit ist die Grundlage und Garantie für die Nachhaltigkeit unserer Hilfe”, erklärte sie den aufmerksamen Schülern. “Unser Ziel ist es, den Menschen zu helfen, auf eigenen Beinen zu stehen, und nicht von unserer Hilfe abhängig zu werden.”

Besonders die Auswirkungen der Pandemie ließen die Schüler aufhorchen. “Wie kann man dann noch die Menschen beraten und ihnen helfen?”, war eine der Fragen, die die Schüler bewegte. Hier zeigte Schüßler die Chancen der neuen Digital-Initiative von GMI, die inzwischen seit mehreren Monaten erfolgreich die Teilnehmer an digitale Bezahlmöglichkeiten und den Handel über Social-Media-Kanäle heranführt.

“Der Einblick in die Arbeit von GMI ist eine wertvolle Brücke zwischen dem Thema Nachhaltigkeit im Lehrplan des Faches GSE (Geschichte/Sozialkunde/Erdkunde) und den konkreten Förderprogrammen in Ländern Südostasiens”, erklärt Schulleiter Wunderlich. “Die Beispiele aus der Praxis haben uns gezeigt, wie Menschen mit wenig Geld eine Grundlage für ein eigenständiges Leben und Arbeiten bekommen.”

Für GMI war die Unterrichtsstunde eine willkommene Möglichkeit, die Nachhaltigkeit der Entwicklungshilfe durch Mikrokredite und begleitende Schulungen verdeutlichen zu können und die positiven Auswirkungen dieser Herangehensweise zu zeigen.

Text: Silvia Schüßler, GMI Presse-Team