Gaustadt

Weiße Wände im Sitzungssaal

Es gab sicherlich schon genug Kommentare zu der Verbindung von Kunst und Künstler. Es gab auch Zeiten, in denen die Kunst verbrannt wurde, weil der Künstler nicht gepaßt hat. Nun - sehr verehrte Stadtratsmehrheit: Sicherlich haben Sie auch sofort nach Bekanntwerden der Mitgliedschaft des Autors in d...
Es gab sicherlich schon genug Kommentare zu der Verbindung von Kunst und Künstler. Es gab auch Zeiten, in denen die Kunst verbrannt wurde, weil der Künstler nicht gepaßt hat. Nun - sehr verehrte Stadtratsmehrheit: Sicherlich haben Sie auch sofort nach Bekanntwerden der Mitgliedschaft des Autors in der Waffen-SS den Roman "Die Blechtrommel" aus Ihrem Bücherregal entfernt und die Protestanten unter Ihnen sind sicherlich auch nicht mehr in der Kirche, da der Gründer bekennender Antisemit war. Wie arm würde die Kunst- und überhaupt die Szene werden, wenn wir jeden Künstler/Literaten/Politiker nur mit heutigen Maßstäben messen würden.

Andererseits ist es auch ein Statement, daß Sie jetzt mindestens 5 Jahre in einem schmucklosen Sitzungssaal tagen. Denn in Zeiten, in denen wichtigen sozialen Projekten, wie z.B. Zirkus Giovanni, die Zuschüsse gestrichen werden, würde sich ja eine Partei, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Armen und am Rande der Gesellschaft stehenden zu vertreten, nach laschem Umgang mit Wahl- und Datenschutzgesetzen sowie Coronaregeln nun gänzlich unglaubwürdig machen, wenn sie Geld für eine Neugestaltung des Sitzungssaals ausgeben würde, während parallel das Zirkuszelt abgebaut werden müsste