Viel Geld für saubere Hosen!

"Jedem Menschen Recht getan, ist eben eine Kunst die niemand kann", so wurde die Teeraktion des Rad- und Fußweges entlang des alten Werkskanals zwischen Weberstrasse und Spinnerei von unserem OB kommentiert...

"Jedem Menschen Recht getan, ist eben eine Kunst die niemand kann", so wurde die Teeraktion des Rad- und Fußweges entlang des alten Werkskanals zwischen Weberstrasse und Spinnerei von unserem OB kommentiert. Einigen Anwohnern ist bei diesem Reim das Lachen vergangen. Für sie besteht bezüglich des bereits getroffenen Stadtratsbeschlusses noch Klärungsbedarf. Jeder, der schon einmal im Matsch Rad gefahren ist, kann mit Sicherheit die Vorteile einer Teertrasse nachvollziehen, sofern keine Alternativen bestehen. Dass ein Berufspendler den Umweg entlang der Wiesent der stark befahrenen Bayreutherstraße vorzieht, z.B. um lästige Wasserspritzer zu vermeiden, lässt sich auch noch verstehen.
Warum die gesamte Strecke von Weberstraße bis Spinnerei jedoch mit einer Teerdecke versiegelt werden soll, ist nicht so leicht einzusehen. Mehr als ein Drittel der Strecke verfügt bereits über gut geteerte, wenig befahrene Nebenstraßen ohne Pfützen (grün). Die genannten Nebenstraßen sind im Gegensatz zu dem zu teerenden Teilstück beleuchtet und werden vom Winterdienst geräumt
Wenn man den Aussagen der derzeit die Vorbereitungen treffenden Bauarbeitern Glauben schenken darf, ist das Konzept nicht ausgereift. Erstens soll das Verbindungsstück, das bei der Spinnerei von der Bayreutherstraße zum Anfang des Rad- und Fußweges führt (rot), nicht mitgeteert werden. Damit wird ein Teil des frischgeteerten Weges (orange) nicht ohne Spritzer befahrbar. Zweitens wird die unzureichende Dicke der geplanten Teerschicht, bei einem Weg im Uferbereich, bereits nach kurzer Zeit zu Folgekosten aufgrund von mechanisch-biotischer Verwitterung (Wurzelsprengung) nach sich ziehen.
Es stellt sich auch die Frage, wie der geteerte Weg gerade bei schlechtem Wetter genutzt werden soll. Laub, Schnee und Eis sind auf Teer effektiver als auf Schotter.
In diesem Sinne bitten wir darum, die ganze Aktion in ihren Details noch einmal zu überdenken. Vielleicht ließe sich, um eine nachhaltige Lösung zu schaffen, die Qualität der geplanten Teerdecke, dort wo keine Alternative besteht, verbessern. Die hässlichen Matschspritzer, ganz im Sinne der Berufspendler, lassen sich ohne Umwege, bei Befahren der parallel verlaufenden, bereits geteerten Nebenstraßen vermeiden.
Guter Rat am Rande, der Fachhandel hält spritzdichte Regenkleidung für Radfahrer bereit.

Ein Anwohner (selbst Jogger, Radfahrer, kein "Naturschützer")