Kulmbach
Leserbrief

Sympathie aus Kulmbach für den Waldläufer

Susanne Hempfling ist nicht damit einverstanden, dass der Waldläufer so lange hinter Gitter muss.
Eigentlich fällt einem dazu ja gar nichts mehr ein. Hurra, Deutschland und Deine Gerichtsurteile. Da wird ein armer Kerl, der sich - womöglich enttäuscht von den Menschen und unserer Gesellschaft - als Einsiedler in den Wald zurückzieht, keiner Menschenseele Böses will, zu drei Jahren und drei Monaten verknackt, weil er sich genommen hat, was er zum Überleben braucht.

Sicherlich, Diebstahl bleibt Diebstahl. Aber bei einer Gesamtsumme von knapp 20 000 Euro ist der Schaden, der für den einzelnen entstanden ist, ja wohl nicht so groß. Der Verteidiger betont extra: "Der Waldläufer handelte nicht aus Profitgier, er wollte sich nicht bereichern" Schon alleine die Gründe der Straftat stehen dem Strafmaß unverhältnismäßig gegenüber. Hatte der Richter kein Herz?

Da schaut's doch bei so manchem "Großen" in unserer Gesellschaft ganz anders aus. Denken wir mal an den Herrn Hoeneß oder an den Hernn Edathy. Oder an so manchen anderen, der für Kindesmissbrauch eine Strafe bekommt, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

Das Gesetz und diverse Richterurteile sind nur dem gewogen, der einen großen Geldbeutel hat. Der kleine Mann kann da nur dumm aus der Wäsche schauen. Für mich sind Gesetze und Urteile mittlerweile einfach nur noch lachhaft oder sehr traurig.

Mein Mitgefühl gilt dem Waldläufer, und ich hoffe, er bringt seine drei Jahre gut rum.


Susanne Hempfling aus Kulmbach, der Leserbrief bezieht sich auf den Artikel "Einbrechen, um zu überleben - Haftstrafe für "Waldläufer"" vom 10. Juni 2015
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