LKR Bamberg

Spurenanalyse

Meine Familie lernte ich im alter von 2-3 Jahren kennen. Für mich ein absolutes Highlight. Bis dahin war ich im Säuglingsheim und anschließend in einem Kinderheim in Nürnberg wohnhaft. Leiter war diese wunderbare Verbindung nur von kurzer Dauer...
Foto: Besatzungskind
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Meine Familie lernte ich im alter von 2-3 Jahren kennen. Für mich ein absolutes Highlight. Bis dahin war ich im Säuglingsheim und anschließend in einem Kinderheim in Nürnberg wohnhaft.
Leiter war diese wunderbare Verbindung nur von kurzer Dauer. 2-3 Wochen. Dann kam der Großvater.
Einen Tag nachdem ich und meine Schwester Conchita bei einer Nacht und Nebelaktion in ein Kinderheim kamen wurde uns vom Vormund mitgeteilt das wir zur Adoption frei gegeben wurden.

Conchita und ich haben unser Zuhause verloren. Großvater fügte uns furchtbare traumen zu und wir waren im Heim gelandet. Wir waren völlig in Panik. Der Beamte versprach uns, auf unseren Wunsch hin zusammen in eine neue Familie zu vermitteln. Es erleichterte unsere Situation. Ich war an dem Tag vom Vormund beeindruckt.
Bei der Vorstellung eines Ehepaares, die ein Kind wollten, fing der Vormund und die Erzieher an mich vor den zukünftigen Pflegeeltern meiner Schwester als einen bösen ungezogenen Buben zu titulieren, nur weil ich mich nicht an ihre Anweisung hielt, und dass aus gutem Grund.
Jedes Mal wenn wir ins Büro mussten, und das fast jeden 2/3 Tag wurden wir gefragt ob wir zusammen oder getrennt in eine neue Familie wollen. Wir blieben bei unserem Wunsch. Uns war es wichtig das wir zusammen bleiben. Daher war unsere Antwort immer die gleiche.
Diese Tatsache brachte mich in Panik, weil ich befürchtete das der Beamte und das Heim uns angelogen hat.
Als meine Schwester Conchita ohne mich in eine Pflegefamilie kam war das eine weitere Katastrophe. Zudem war ich dann allein.
Ich hörte jedoch nicht auf bei meinem Wunsch zu bleiben. Jedes mal wenn ich ins Büro musste wegen meiner Adoption, sagte ich zu dem Beamten, das ich zu meiner Schwester will. Gleichzeitig unterband ich jegliche Diskussion mit ihm.
In der Zwischenzeit kam mein Vater ins Kinderheim und wollte mich mitnehmen.
Die Erzieherin meinte es wäre besser wenn ich ihm Heim bleibe, ich hätte es auf jedem Fall besser, denn mein Vater sei ein gefährlicher und Böser Mensch.
Wie kommt die Erzieherin zu Behaupten mein Vater sei gefährlich?
Natürlich wollte ich auf jedem Fall zu meinem Vater. Unter anderem weil ich mir erhoffte so meine Schwester Conchita wieder zu finden. Und im Heim bleiben, wo sie mir gerade bewiesen haben wer die Bösen sind.
Weshalb mich der Beamter fragte ob ich zu meinem Vater will oder im Heim bleiben möchte, war meine Antwort eindeutig. Ich will zu meinem Vater. Mein Vater kam nie wieder.
Die Gänge ins Büro nahmen ab, da aber mein Vater nicht mehr kam, äußerte ich den Wunsch das ich zu meiner Schwester will.
Der Beamte teilte mir mit das er nochmals die Familie meiner Schwester fragen könne ob sie mich doch nehmen, so dass ich bei meiner Schwester bin. In vier Wochen sage er mir Bescheid.
Als der Beamte weg war, sagte die Erzieherin ob ich denn ernsthaft glaube, das der Beamte zu der Familie meiner Schwester geht, dann hätten sie mich doch von Anfang an genommen.
Es hat sich bestätigt. Der Vormund sagte, das sie mich nicht wollen, sie wollten sowieso nur ein Mädchen und nur meine Schwester. Ich müsse mich damit Abfinden.
Meine Verzweiflung stieg ins Unendliche. Eines Tages wurde mir Bewusst, das ich meine Schwester möglicherweise nie wieder sehen werde.
In der Not, hatte ich eine Idee. Wollte aber sicher gehen, das die Erzieherin nicht merkt, was ich eigentlich wirklich vorhabe. Als Kind ist man doch sehr naiv und der druck in mir Stieg ins unerträgliche. Zwei Tage später ging ich zur Erzieherin die sich gerade mit einer Anderen Erzieherin unterhielt. ich bat sie um die Adresse meiner Schwester.
Sie sah mich Erstaunt an und Frage weshalb ich die Adresse meiner Schwester haben möchte.
Ich sagte, dass ich ihr einen Brief schreiben will. Worauf sie lachte und meinte, du kannst doch gar nicht Schreiben. Die andere Erzieherin flüsterte ihr ins Ohr, ich glaube der will Abhauen. Ich habe es gehört. Mein vorhaben konnte ich aufgeben.
Hätte ich es geschafft die Adresse zu erhalten, wäre für mich ein Problem, wie ich an diesem Ort gelangen soll. Menschen auf der Straße nach der Adresse zu Fragen, schloss ich aus. Ich habe kein Vertrauen zu den Menschen. Wie kann ich mich unsichtbar machen. Lesen konnte ich ja noch nicht. Ein großes Problem für einen 3 Jährigen.
Angenommen ich hätte Conchita gefunden, war für mich ein weiteres Problem wie ihre Pflegeeltern auf mich Reagieren. Die wollten doch nur ein Kind.
Ja ich wollte Abhauen. Ich wollte zu meiner Schwester Conchita.
Zwei Tage später musste ich wieder ins Büro. Der Beamte teilte mir mit, das ich zu den Großeltern komme, weil meine Adoption im Heim nicht funktioniert hat. Man will es daher von den Großeltern aus versuchen. Ich geriet in Angst und Panik. Ich sagte das ich nicht zu den Großeltern will, weil ich angst vor Großvater habe.
Der Beamte wollte mich beruhigen. Er hätte mit Großvater gesprochen. Der müsse ja wegen dem ersten Vorfall mit meiner Schwester Conchita und mir, durch das Gericht eine Therapie machen, eine Bewährungsauflage. Es sei was neues aus Amerika. Er meinte auch, das alles was aus Amerika kommt wir nicht brauchen. Das können wir auch und vielleicht noch besser. Großvater müsse einmal die Woche oder alle 14 Tage zu einem Gruppengespräch.
Er würde mir solange nichts tun bis ich in einer neuen Familie bin.


Herbert

E-Mail: garcia60@gmx.net