Haßfurt

So schlecht kennen sich die Hausärzte im Landkreis aus

Die Hausärzte im Landkreis Haßberge wollten den bisherigen Dienst außerhalb ihrer Praxiszeiten einfach nicht mehr in hinreichender Quantität verrichten. Dass sie mit der Einrichtung einer zentralen Bereitschaftspraxis in Haßfurt die schlechten infrastrukturellen Gegebenheiten vor Ort nicht ausreiche...
Foto: Sententia
Die Hausärzte im Landkreis Haßberge wollten den bisherigen Dienst außerhalb ihrer Praxiszeiten einfach nicht mehr in hinreichender Quantität verrichten. Dass sie mit der Einrichtung einer zentralen Bereitschaftspraxis in Haßfurt die schlechten infrastrukturellen Gegebenheiten vor Ort nicht ausreichend gewürdigt haben, liegt auf der Hand. Wie schlecht sich die Ärzte vor Ort auskennen, zeigt nun dieses Beispiel.

„Pilotprojekt ,Bereitschaftspraxis Haßfurt‘ ohne Alternative“ hieß es am 17. März 2016 auf der Homepage des Bayerischen Hausärzteverbands. Dabei bediente man sich großzügig bei Angela Merkels Lieblings-Diktion „ohne Alternative“ bzw. „alternativlos“.

Wie wenig sich die Ärzte im Hausärzteverband im Landkreis „Haßberge“ auskennen, zeigt folgender Satz: „Schon seit Monaten rumort es im Landkreis Haßfurt in Unterfranken.“

Eindeutig: sie kennen den Namen des Landkreises nicht, benennen ihn einfach als „Landkreis Haßfurt“, wo er doch „Haßberge“ heißt. Natürlich wird die Einrichtung der Bereitschaftspraxis Haßfurt (korrekt wäre: „Haßberge“) kräftig umjubelt: „Die medizinische Versorgung außerhalb der Sprechzeiten wird auf diese Weise gesichert, und für Patienten, die nicht in die Bereitschaftspraxis kommen können, wird es einen Fahrdienst geben“, heißt es auf der Homepage.

Wobei die Sache mit dem Fahrdienst „für“ Patienten entweder noch eingerichtet werden mag oder eine Irreführung der Leser ist. Denn es gibt nach den derzeit in den Medien verbreiteten Informationen keinen Fahrdienst „für“ Patienten, sondern „für“ Ärzte, die sich bequem zu Hausbesuchen kutschieren lassen. Geht man realistischerweise von letzterem Sachverhalt aus, ist das Wort „Irreführung“ sicherlich noch milde ausgedrückt.
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