Ebern

Schreien bis der Arzt kommt?

3,9 Millionen Patienten nehmen jährlich den ärztlichen Bereitschaftsdienst bundesweit in Anspruch, berichtet die Kassenärztliche Vereinigung Berlin. Bricht man die Zahlen auf 110 Samstage und Sonntage im hiesigen Landkreis herunter, würde dies bedeuten, dass jeden Samstag und Sonntag durchschnittlic...
3,9 Millionen Patienten nehmen jährlich den ärztlichen Bereitschaftsdienst bundesweit in Anspruch, berichtet die Kassenärztliche Vereinigung Berlin. Bricht man die Zahlen auf 110 Samstage und Sonntage im hiesigen Landkreis herunter, würde dies bedeuten, dass jeden Samstag und Sonntag durchschnittlich jeweils etwa 40 Patienten den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen müssten.

Würde es nur eine Bereitschaftspraxis in Hassfurt geben, dann könnte der mobile Arzt vielleicht 10 Patienten am Tag besuchen, 30 müsste der Arzt in der Praxis behandeln. Bei drei Stunden Praxisöffnungszeit blieben also für Diagnose, Behandlung und Dokumentation sechs Minuten pro Patient übrig. Zudem bestünde die Gefahr, dass Hausbesuche eher nach optimaler Fahrstrecke denn nach Dringlichkeit abgearbeitet werden müssten.

Immerhin sind etwa 35 % der Patienten der Diagnosegruppe „Schmerzen, Koliken, Chirurgie und Orthopädie“ zuzurechnen. Dazu kommt, dass ältere Patienten den ärztlichen Bereitschaftsdienst öfter in Anspruch nehmen müssen als jüngere. (Celine Briers, Dissertation 2013)

Was bleibt also, „Schreien bis der Arzt kommt“ oder doch besser eine Bereitschaftspraxis auch für das Eberner Land?

Kassenärztliche Vereinigung Berlin

Analyse von Bereitschaftsdiensteinsätzen, Celine Briers, Dissertation 2013