LKR Bamberg

Realitätsverlust

Wäre es nicht so ernst, wäre es zum Lachen. Als realsatirischer Beitrag fürs Kleinkunstkabarett sollte es allemal reichen: Die kreisfreie Stadt Bamberg schneidet in Erhebungen bezüglich der Fahrradfreundlichkeit mit, auf Schulnoten umgerechnet, ausreichend ab...
Wäre es nicht so ernst, wäre es zum Lachen. Als realsatirischer Beitrag fürs Kleinkunstkabarett sollte es allemal reichen:

Die kreisfreie Stadt Bamberg schneidet in Erhebungen bezüglich der Fahrradfreundlichkeit mit, auf Schulnoten umgerechnet, ausreichend ab. Man kann zwar Radeln - ein wirkliches Vergnügen aber ist es beileibe nicht. Insbesondere Sicherheitsempfinden, Qualität der Infrastruktur und Verkehrsklima werden bemängelt.

Die Verantwortlichen in Stadtverwaltung und Kommunalpolitik ficht das nicht an. Sie definieren die Stadt einfach selbst als fahrradfreundlich. Die Entwicklung (bundesweit durchgeführter Fahrradklimatest) von 2005 (Note: 3-, also ein schwaches befriedigend) zu 2014 (schlechte 4+) werten sie als Beleg einer erfolgreichen (?) Fahrradförderung.

Der Landkreis legt nach: Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK-BY), tritt er jetzt aus dieser aus - und kommt damit wohl dem Rauswurf zuvor. Denn offenkundig hat die im Frühjahr durchgeführte Bereisung durch eine fachkundige Kommission ergeben, daß zu viele Mängel existieren, daß erhebliche Nachbesserungen und Neujustierungen erforderlich sein werden - kurz: Von Fahrradfreundlichkeit kann nicht einmal im Ansatz die Rede sein. Es reicht bei weitem nicht, allein touristisches Freizeitradeln im Fokus zu haben.

Doch auch hier ist bei den Verantwortlichen von Einsicht keine Spur festzustellen. Man erklärt, man wäre eben auch ohne Siegel fahrradfreundlich.

Stadt und Landkreis üben den Gleichschritt: Eingefleischte Fans des Autoverkehrs wissen eben besser zu beurteilen, was dem Radler ziemt. Das Urteil der Fachleute und der Betroffenen hingegen meint man kaltlächelnd ignorieren zu können.