Bamberg
Leserbrief

Leserbrief zum Biergarten auf dem Maxplatz: "Verschärfung statt Lösung"

Ein Biergarten auf dem Maxplatz: Dieses Experiment ist zum Scheitern verurteilt, findet unser Leser Ulrich Krackhardt. Statt einer Belebung des Platzes würde seiner Meinung nach nur ein Jagdrevier für Wildpinkler geschaffen.
Foto: Ronald Rinklef
Foto: Ronald Rinklef
Ja, wir alle wollen eine Belebung des Maxplatzes. Und - ja, die meisten haben gelernt zu unterscheiden zwischen Events und dem eigentlichen "Inbesitznehmen" des Platzes durch die Bürger, wenn man ihn als ein "Zimmer der Stadt versteht", wie Frau Dr. Birgit Dietz dies einmal so treffend ausgedrückt hat.

Es ist auch ein vielfach geäußerter Wunsch, den Platz durch ein oder mehrere Cafés aufzuwerten und echte Aufenthaltsqualität zu erzeugen. Mit dem aktuellen Vorstoß kommt man allerdings einer Lösung nicht näher, sondern entfernt sich in Siebenmeilenstiefeln davon:

Eine Belebung ist tagsüber erwünscht, also während der Geschäftszeiten und am Wochenende, aber nicht nachts. Im Raum stehen nun Zeiten bis 22:00 oder gar 23:00. Raucher sorgen gezwungenermaßen ganzjährig für eine lebhafte Unterhaltung vor den Gaststätten. Die große Freischankfläche von ca. 200m² auf dem Maxplatzes in der geschlossenen Umbauung verschärft dies im Sommer ins Extreme. Ist es nicht der Plan, die Innenstadt komplett anwohnerfrei zu machen, so muss man davon die Finger lassen.

Die Lage der Freischankfläche an sich erstaunt: Direkt vor den Auslässen der Abluftauslässe! Der Fußweg der Bedienung und Gäste (Toilettengang) kreuzt die Straße, die als Einfahrt zur Tiefgarage dient. Soll damit etwa eine weitere "Beruhigung" der Zufahrt bis zum Abwürgen der Tiefgarage eingefädelt werden?

Eine Belebung des Platzes wird sich angesichts der Randlage nicht einstellen. Dagegen sorgt derselbe Umstand aber dafür, dass das Jagdrevier der nächtlichen Wildpinkler sich noch weiter ausweitet. Der Parkplatz auf der Rückseite des Rathauses sowie die Abgänge zur Tiefgarage sind dabei erste Wahl.

An die Adresse derer, die es ein "interessantes Experiment" finden: Nicht jedes Experiment, dessen negativer Ausgang absehbar ist, muss durchgeführt werden! Beschwichtigungen, wonach man die Öffnungszeiten des Freischankbereichs bis bspw. 20:00 begrenzen könne, ziehen nicht: Regelungen auf dem Maxplatz oder im Marktareal werden heute schon nicht überwacht. Der Gastronom wird, einmal ansässig, den Druck erhöhen und die Geschäftszeiten ausweiten wollen. Er wäre nicht der erste, der das erfolgreich praktiziert.

Als gastronomische Belebung brauchen wir hier Tagesgaststätten bzw. Cafés. Es müssen passen: Öffnungszeiten, Lage und Innenstadtverträglichkeit. Daher gibt es für das in Rede stehende Vorhaben

Ulrich Krackhardt, Bamberg