Mainleus
Leserbrief

Leserbrief: Wo bleibt die Kunst?

Harald Burger äußert sich mit einem Leserbrief zum Artikel: Schüler entwerfen Brunnen für den Kulmbacher Stadtpark.
2008: Schüler gestalten Entwürfe für den Kulmbacher Wirtschaftspreis. Als Kunsterziehungsprojekt am CV- Gymnasium - eine tolle Sache. "Man" lobt die Kreativität der jungen Leute.

2014: Schüler entwerfen einen Brunnen für den Stadtpark. Diesmal das MGF-Gymnasium in Zusammenarbeit mit ASK-Schneider. Bemerkenswertes und natürlich äußerst vorbildhaftes Engagement einer Firma, auch wieder ein großartiges Erlebnis als Schüler.

Alle sind zufrieden und lächeln in die Kamera - oder? Am meisten wohl der Stadtkämmerer. Denn dieses Prozedere ist vor allem eins: nämlich billig, sprich: so gut wie umsonst. Das mag in Zeiten leerer Kassen auch vielen Bürgern so gefallen und Widerspruch ist nicht zu erwarten.

Darf man die Frage stellen: Wo bleibt die Kunst oder der Künstler (und damit meine ich den freischaffenden), dessen Lebensunterhalt unter anderem auch durch gewonnene Wettbewerbe bestritten werden muss? Entsprechende Ausschreibungen dazu sind ein wichtiger kultureller und verpflichtender Auftrag von Städten und Gemeinden.

Die Antwort verrät ein kurzer Nebensatz im Text: "Unter dem Aspekt umweltfreundlichen Bauens kamen wichtige Impulse durch die freischaffende Künstlerin Edina Thern". Impulse sind günstig zu haben. Noch deutlicher manifestieren sich die Prioritäten in dem veröffentlichten Foto. Vier große, stolze Herren im Vordergrund und eine kleinere (körperlich) Künstlerin, die sich von hinten bemühen muss, als Impuls überhaupt noch im Bild zu erscheinen.


Harald Burger aus Mainleus
; der Leserbrief bezieht sich auf den Artikel: Schüler entwerfen Brunnen für den Kulmbacher Stadtpark vom 24. Juni 2014
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