Bamberg
Leserbrief

Leserbrief: Wie steht es um die Würde des Menschen?

Zur Schließung des Theresianums in Bamberg erreichte und eine Leserzuschrift von Georg Marr, Bamberg. Er zitiert in diesem Zusammenhang Auszüge des Grundgesetzes, der Bayerischen Verfassung und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
"Gewinne werden privatisiert - Verluste werden sozialisiert." Karl Marx (1818 - 1883)

Folgende Auszüge des Grundgesetzes, der Bayerischen Verfassung und der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte belegen, dass die Schließung des Theresianums gegen die guten Sitten verstößt:
"Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.
Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des
Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft,
Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und
Umwelt. Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum
deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen." (BayVerf Art. 131 Abs. 1, 2, 3).

"Jeder hat das Recht auf Bildung. [...] Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar
gemacht werden, und der Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten
offenstehen. Die Bildung muss auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die
Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie muss zu Verständnis,
Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen beitragen
und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein." (AEMR Art. 26
Abs. 1)

"Arbeit ist die Quelle des Volkswohlstandes und steht unter dem besonderen Schutz des Staates.
Jedermann hat das Recht, sich durch Arbeit eine auskömmliche Existenz zu schaffen. Er hat das Recht und
die Pflicht, eine seinen Anlagen und seiner Ausbildung entsprechende Arbeit im Dienste der Allgemeinheit
nach näherer Bestimmung der Gesetze zu wählen." (BayVerf Art. 166 Abs. 1, 2, 3)

"Die menschliche Arbeitskraft ist als wertvollstes wirtschaftliches Gut eines Volkes gegen Ausbeutung,
Betriebsgefahren und sonstige gesundheitliche Schädigungen geschützt. Ausbeutung, die gesundheitliche
Schäden nach sich zieht, ist als Körperverletzung strafbar." (BayVerf Art. 167 Abs. 1, 2)

"Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl
gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale
Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder
Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete
Umstände." (AEMR Art. 25 Abs. 1)

"Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesondere der Gewährleistung eines
menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten.
[...] Die wirtschaftliche Freiheit des einzelnen findet ihre Grenze in der Rücksicht auf den Nächsten und auf
die sittlichen Forderungen des Gemeinwohls. Gemeinschädliche und unsittliche Rechtsgeschäfte
insbesondere alle wirtschaftlichen Ausbeutungsverträge sind rechtswidrig und nichtig." (BayVerf Art. 151
Abs. 1, 2)

"Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. [...] Gegen jeden, der
es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere
Abhilfe nicht möglich ist." (GG Art. 20 Abs. 1, 4).

"Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu
versammeln." (GG Art. 8 Abs. 1).

Die Würde des Menschen ist doch antastbar!
Quod erat demonstrandum.

Georg Marr
Bamberg