Bad Kissingen
Meinung

Leserbrief: Die Stadt steht doch still

Zum Interview mit Bad Kissingens Oberbürgermeister Blankenburg schreibt uns Franz-Peter Potratzki einen Leserbrief. Er erwartet "mehr Engagement und eine härtere Gangart" und keine "Weichspüler Antworten".
Bad Kissinger Rathaus Foto: Archiv
Bad Kissinger Rathaus Foto: Archiv
"Die Stadt steht nicht still". Wow, was für ein Interview, dem OB Blankenburg mit seinen Antworten Kraft verlieh. Man hätte aber auch denken können, dass das Interview mit einem Erzbischof geführt wurde, der sich auf das Wort zum Sonntag vorbereitet oder was gab es zum Kaffee Glückskekse um solchen Aussagen zu machen. Ich kann ihm, wie wohl auch viele anderen, darin nicht folgen. So kann ich am Vorbeigehen des ehemaligen Kurhaus Hotels, an der Moorwanne im KissSalis, an dem Fürstenhof samt Frau Cheseaux und an einer Schulleitereinführung nicht erkennen, dass sich die Stadt nach vorne bewegt.

Vielmehr packt einen beim Abriss dieses wunderschönen Steigenberger Hotels am Kurpark Wut und Zorn. Hätte München damals das Geld, was in Auflösung, Entschädigung usw. zahlte, in den Brandschutz investiert, würden wir schon heute wieder betuchte Gäste betrachten und nicht Bagger und Abrissbirnen. Beim Fürstenhof zeigt er sich erfreut darüber, dass ab Oktober 2015 gebaut wird. Die Aussagen allerdings, welche die blass geschminkte Verwaltungsratspräsidentin Anne Cheseaux von sich gab, sind nicht unbedingt als befriedigend zu bezeichnen gewesen und wenn bis April 2015 noch keine Gespräche mit hiesigen Unternehmen zwecks Bauvorhaben geführt wurden, darf man den genannten Baubeginn als hinfällig betrachten.

Fragen, was aus dem staatlichen Kurtheater wird, dessen Renovierung seit Jahren vom Freistaat verschoben wird, wann endlich das mit dem Solebrunnengebäude am Gradierbau begonnen wird, der bis heute ein Schandfleck dank Freistaat ist, was aus dem Kurorchester wird aber auch Stadthemen wie der unansehnliche gesamte Berliner Platz, die maroden Straßen in ganz Kissingen. Wieso Blankenburg bei der Reitersteg Angelegenheit der Sitzung fern blieb und das völlig verfallene Flughafengebäude vor dem das Rakoczy Reitturnier stattfindet. Warum man unbedingt, bei all den vor allem finanziellen Problemen die unsere Stadt derzeit beschäftigen, auch noch sinnlos 250.000 Euro für die Aufnahme als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO-Welterbestätten ausgeben muss, bleibt ebenfalls unerwähnt.

In Sachen Freistaat betont OB Blankenburg immer wieder, dass hier die Stadt außen vor sei, weil dieser alleine entscheidet. Hier geht es um das Überleben des Staatsbades Bad Kissingen und da darf man mehr Engagement und eine härtere Gangart erwarten als solche Weichspüler-Antworten in diesem Interview.

Ein Leserbrief von Franz-Peter Potratzki , Bad Kissingen