Knellendorf

Knellendorfer Kerwa

//Die Kirchengemeinde Knellendorf feiert ihre 128. Kirchweih nach dem ersterwähnten Beschluss aus dem Jahre 1888 durch das königliche Bezirksamt. Vom Donnerstag 9. bis Montag 13. Juli richtet der SV Knellendorf auf seinem Gelände und im Sportheim die traditionelle Veranstaltung aus...
Foto: Knellendorf

Die Kirchengemeinde Knellendorf feiert ihre 128. Kirchweih nach dem ersterwähnten Beschluss aus dem Jahre 1888 durch das königliche Bezirksamt. Vom Donnerstag 9. bis Montag 13. Juli richtet der SV Knellendorf auf seinem Gelände und im Sportheim die traditionelle Veranstaltung aus. Zur donnerstäglichen Schlachtschüssel werden ab 17:00 Uhr Spind und Kesselfleisch gereicht, sowie Krenfleisch mit Klößen. Der Freitag steht im Zeichen des Sports. Ab 18:30 Uhr wird in der zweiten Runde das DFB-Toto-Pokalspiel SV Knellendorf gegen die TSF Theisenort ausgetragen. Neben Grillgut werden auch Gyrossemmeln angeboten. Den Kirchweih-Gottesdienst feiern die Knellendorfer unter der Leitung von Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber am Samstag ab 19:00 Uhr im Dorfzelt der Knellendorfer Vereine auf dem Sportgelände. Das Kerwes-Fußballspiel bestreiten am Sonntag um 15:00 Uhr der SV Knellendorf und der Kreisklassendritte FC Wacker 1920 Haig. Der Kerwes-Ausklang beginnt am Montag ab 16:00 Uhr im SVK-Biergarten bei weißem Käs' und Wurstsalat, sowie Fisch- und Lachssemmeln.

Sandhasen

Bei der scherzhaften Bezeichnung der Ortsbewohner, dem sog. Ortsnecknamen, ist Knellendorf besser weggekommen als Friesen und Gehülz. Die "Sandhasen", wie man die Knellendorfer bezeichnet, gibt es in Franken gleich mehrfach. Auch die Mannheimer, ehemals zum Herzogtum Franken gehörig, werden als solche bezeichnet. Sogar deren Carnevalsclub schimpft sich so. Und der Narrenruf "Sandhase - hopp, hopp, hopp" zeugt noch von einem ehemals regen Sandgrubenbetrieb. In einer Sandgrube des angrenzenden Heidelberg fand man den Unterkieferknochen und präneandertaloide Werkzeuge des homo heidelbergensis. Die fünf Knellendorfer Sandgruben befinden sich am Kienberg und Bierberg, wo die Gletscher der letzten Eiszeiten große Mengen an Sand ablagerten. In Knellendorf gab es schon vor 1900 Sandgruben, die das Baugewerbe belieferten. Aber auch Eisengießereien benötigten den Sand für das Sandgussverfahren zum Auslösen des Gusskörpers. Die Knellendorfer Chronik gibt Auskunft über die Verschüttung zweier Frauen 1878 und 1886. Die Sandgruben wurden damals durch Schaufeln mit 2 bis 4 Arbeitern betrieben, teils unterirdisch. Vor einigen Jahren noch wurde die Sandgrube nähe Petersleite in Richtung Kathragrub als Veranstaltungsort für die Johannisfeier durch die hiesige Feuerwehr benutzt. In der großen Sandgrube vor der Petersleite suchten bei Luftangriffen im letzten Weltkrieg die Knellendorfer Schutz, und die Kinder der sechziger Jahre spielten hier die amerikanische Westernserie "Am Fuß der blauen Berge" nach. Am Kerwessonntag spielen die Sandhasen gegen die Stöckraache, die über den Kienberg anreisen müssen.
wba

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