Hassbergi-Leaks: Wenn das Krankenhaus Ebern fällt, muss der Kreis Hassberge infrage gestellt werden!

Allem Anschein nach sollen es die Betroffenen als Letztes erfahren. Das Hassfurter Tagblatt informiert jedenfalls seine Leserschaft, wie die Pläne für die Zukunft der drei Krankenhäuser in Ebern, Hofheim (UFr...
Foto: Hablohablo
Allem Anschein nach sollen es die Betroffenen als Letztes erfahren. Das Hassfurter Tagblatt informiert jedenfalls seine Leserschaft, wie die Pläne für die Zukunft der drei Krankenhäuser in Ebern, Hofheim (UFr.) und Hassfurt aussehen sollen.

Es sind zwar (noch) Vermutungen, aber beim Tagblatt scheint man sich der Informationen so sicher zu sein, dass nicht einmal das Setzen von Fragezeichen bemüht wird.

Offenbar hat jemand aus dem Kreistag, so muss man die Meldungen aus Hassfurt verstehen, die Pläne für die „Hassberg“-Kliniken durchgereicht: „Hassbergi-Leaks“.

Nach diesen (unbestätigten) Erkenntnissen soll das Krankenhaus Ebern geschlossen werden und Ebern in ein „Belegkrankenhaus“ umgewandelt werden. Was das bedeutet, kann man sich am noch vorhandenen Krankenhaus Hofheim ansehen: den Verlust der bisherigen, wenigstens noch leidlichen Eigenständigkeit, die Degradierung zur „Betriebsstätte“ des Hassfurter Krankenhauses, wahrscheinlich ein weiterer, massiver Betten- und Personalabbau und eine gravierende Schrumpfung des Behandlungsspektrums.

Zwei der Eberner Bürgermeister sind als Kreisräte auch im Kreistag vertreten. Sie müssten also wissen, was mit Ebern geplant ist. Wie andere Kreisräte auch sind sie zum Schweigen „verurteilt“ worden, denn die Pläne sollen erst vom 15. Mai 2017 an offiziell „enthüllt“ werden.

Das ist aber zu spät. Jeder Tag, an dem die betroffene Bevölkerung nicht informiert wird, ist ein verlorener Tag. Denn in dieser Zeit hätte sich die Bürgerschaft formieren können, um Proteste gegen die Absichten zu formulieren und vorzutragen. Eine Bürgerinitiative hätte sich bilden können.

Stattdessen hat der Eberner Bürgermeister die Bedenken um die Standortsicherheit des Krankenhauses zerstreut, siehe die Ausgabe des „Roten Ebers“ vom Januar 2017.

Sollten sich die durchgesickerten Pläne nicht – wie erhofft – als Fake-News herausstellen, dann wird man grundsätzlich den Landkreis Hassberge infrage stellen müssen. Als eine nicht nur wirtschaftlich lendenschwache Gebietskörperschaft, die nicht imstande ist eine flächendeckende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, sondern auch als ein demokratieschwaches Gebilde, welches nicht einmal eine demokratische Debatte über den Standort eines dann einzigen Krankenhauses zulassen kann.

Quellen:

Hassfurter Tagblatt, 3. Mai 2017 (nur ein Krankenhaus bleibt)

Hassfurter Tagblatt, 5. Mai 2017 (Belegkrankenhaus)

Roter Eber, Januar 2017