Global Micro Initiative e.V. fördert Digitalisierung für Kleinunternehmer Südostasiens

Hösbach. Die zahlreichen Mikrokredite, die Global Micro Initiative e.V. (GMI) bisher vergab, wurden immer in bar aus- und zurückbezahlt. Das war nicht nur zeitaufwändig, sondern während des coronabedingten Lockdowns in Südostasien auch nicht möglich...
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GMI Mitarbeiter Rizal erklärt Kleinunternehmerin die Funktionen am Geldautomaten Foto: GlobalMicro
Hösbach. Die zahlreichen Mikrokredite, die Global Micro Initiative e.V. (GMI) bisher vergab, wurden immer in bar aus- und zurückbezahlt. Das war nicht nur zeitaufwändig, sondern während des coronabedingten Lockdowns in Südostasien auch nicht möglich. "Das hat uns gezeigt, dass wir andere Wege ausprobieren müssen, um unseren Teilnehmenden zu helfen,” erklärt Tobias Schüßler, Gründer von GMI. Ein neues Programm soll den Kleinunternehmern neue Möglichkeiten eröffnen.

Als GMI vor sechs Jahren die Arbeit in Südostasien begann, waren Handy-Zahlungen oder Online-Überweisungen für in Armut lebende Menschen dort unmöglich. Inzwischen haben die Regierungen jedoch viel getan, um kostenlose Bankkonten auch für die Armen zu ermöglichen. "Wir helfen unseren Teilnehmenden nun, diese Möglichkeiten zu nutzen,” erklärt Schüßler.

Zunächst begann die philippinische Partnerorganisation von GMI, Project Life Subic, Rückzahlungen von Mikrokrediten kontaktlos abzuwickeln. „Wir sind sehr dankbar, dass GMI die Initiative ergriffen hat, unseren Projektteilnehmern dabei zu helfen, ein Handykonto zu eröffnen“, so Anthony Agones, Geschäftsführer von Project Life Subic. „Das Konto hilft unseren Unternehmerinnen und Unternehmern, Zeit und Geld zu sparen. So müssen sie nicht mehr lange Wege für Rückzahlungen in Kauf nehmen und können ihre Konten auch noch zum Sparen nutzen, ohne Angst vor Dieben haben zu müssen.“

Anders als auf den Philippinen, sind kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten in Indonesiens ärmeren ländlichen Gebieten weniger verbreitet. Dort hatten lediglich zwei der 27 Mikrokreditnehmenden Zugang zu einem Bankkonto. Um aber auch den Kleinunternehmern auf der indonesischen Insel Lombok dieselben Chancen zu ermöglichen, möchte GMI auch hier allen Teilnehmenden dabei helfen, ein Bankkonto zu eröffnen.

“Die meisten Menschen in den Armenvierteln Olongapos auf den Philippinen oder in den ländlichen Regionen Lomboks haben noch keine Erfahrungen mit kontaktlosen Zahlungsmöglichkeiten,” berichtet Schüßler “Unsere Partnerorganisationen helfen ihnen Schritt für Schritt bei der Einrichtung der Handykonten oder gehen mit ihnen zur Bank und helfen ihnen, ein Bankkonto zu eröffnen. Da die Bedürfnisse der Teilnehmenden je nach Bildungsstand und Alter ganz unterschiedlich sind, kümmern wir uns um jeden Kleinunternehmer ganz individuell.”

Durch die Digitalisierung wird nicht nur die Vergabe und Rückzahlung der Mikrokredite erleichtert. Die Kleinunternehmer können nun auch über soziale Medien Kunden außerhalb ihres Dorfes ansprechen und Bestellungen entgegennehmen, die dann per Überweisung bezahlt werden.
“Wir sind überzeugt,” so Schüßler, “durch diese Digitalisierung in Zukunft mehr Menschen mit weniger Zeitaufwand erreichen zu können, und unseren Kleinunternehmern die Expansion ihrer Geschäfte zu erleichtern.”

Susann Sparwasser, GMI Presse-Team