Schon in den letzten Jahren hat der Trend stetig zugenommen und immer mehr Leute haben ihre Einkäufe dem Einzelhandel entzogen und stattdessen online eingekauft. Während Corona waren die Leute nun wochen- oder gar monatelang zuhause, wodurch sich dieser Trend noch einmal deutlich verstärkt hat. Während der Krise waren die Leute wenig oder gar nicht in Geschäften, dafür umso mehr zuhause im Netzt unterwegs und haben dort eingekauft. Der Onlinehandel wurde durch die Krise stark beflügelt und so stiegt der Umsatz allein im Juni um knapp ein Drittel im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres an, wie das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. Selbst für eine solche dynamische Branche ist das ein enormes Wachstum, was auch sehr ungewöhnlich ist. Laut statistischem Bundesamt ist das Wachstum dieser Größe nicht typisch und wohl zum Großteil durch die Pandemie hervorgerufen worden.

Hoffnung für den Einzelhandel

Seit Mai ist der Einzelhandel wieder aktiv und saisonbereinigt wie kalenderbereinigt ist der Umsatz im Juni sogar um 1,4 Prozent höher als im Februar. Dennoch ging Corona selbstverständlich nicht spurlos am Einzelhandel vorbei. Einbußen im Umsatz in Höhe von 40 Milliarden Euro haben die Einzelhandelsunternehmen – ausgenommen der Lebensmittelhandel – erfahren, so Josef Sanktjohanser, der Präsident vom Branchenverband HDE. Gerade Bekleidungsläden haben eine schwere Zeit durchlebt, in denen der Onlinehandel ihr Geschäft fast komplett übernommen hat. Der Onlinehandel ist nämlich sehr viel schneller gewachsen als der Einzelhandel, und dass auch bereits vor der Krise. Viele Geschäfte mussten in der Krise zeitweise schließen oder sogar komplett zumachen. Der Online-Handel hat bereits vor Corona geboomt und bekam durch die Pandemie noch einmal einen ordentlichen Schub, führende Onlinehändler wie beispielsweise Topteppiche sind die großen Profiteure. Um Juni gab es ein Plus im Umsatz von über 30 Prozent, was ein sehr viel größeres Wachstum ist als der Einzelhandel mit etwa 5,9 Prozent erfuhr. Gerade in Bereichen, in denen der Onlinehandel zuvor noch nicht so ausgeprägt war, sind die Erlöse in dieser Zeit deutlich gestiegen.

Dazu zählen die Bereich Baubedarf, Einrichtung und Haushaltsgeräte mit einem plus von 14,6 Prozent sowie der Bereich Lebensmittel, Tabakwaren und Getränke mit einem Plus von 2,3 Prozent. Auch Einrichtungsgegenstände wie Teppiche werden nun immer mehr bestellt. Es ist immer beliebter, Teppiche online zu bestellen statt diese im Laden zu kaufen. Ein Minus gab es im Einzelhandel wie erwartet bei den Bereichen Lederwaren, Bekleidung und Schuhe. Hier mussten die Geschäfte ein Minus von satten 16 Prozent verzeichnen. Der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art musste ebenfalls stark leiden, wie die Zahlen von den Statistikern zeigen. In diesen Bereich fallen zum Beispiel Kaufhäuser und Warenhäuser, die ein Minus von über 11 Prozent bekommen haben. Mittlerweile geht es zum Glück wieder etwas aufwärts für die Geschäfte im Einzelhandel, was den Innenstädten guttut, da diese wiederbelebt sind und so manche Existenz doch noch gerettet wird. Viele Geschäfte haben aber auch im Zuge der Pandemie so stark gelitten, dass sie ihre Läden für immer schließen mussten.