Bamberg
Leserbrief

Geld und Macht

Zum Artikel "Mahnmal gegen Defekt im Denken" vom 9.11.2013 schreibt uns Gerd Bauer.
Foto: Riegerpress
Foto: Riegerpress
Ich spreche meinen übergroßen Dank all denjenigen aus, die sich aktiv für ein Mahnmal für die 1000 Opfer der Hexenverfolgung in Bamberg einsetzen. Leicht irritiert haben mich allerdings die Aussagen, dass "Fanatismus gepaart mit Angst" (S.Sauer) oder gar "Defekte im Denken" (Bürgermeister Hipelius) Ursache dieser Quälereien und Morde waren.

Traut man sich hier nicht, die wahre Ursache zu nennen? Der wahre Verursacher war die Kirche mit ihren Fürstbischöfen. Hier hatte man Angst, Macht und Geld zu verlieren, sah man doch bei einem mündiger werdenden Volk mit Beginn der Aufklärung und bei einem selbstbewusster werdenden Bürgertum seinen Einfluss schwinden. Kam es jetzt zu Pest, Naturkatastrophen usw. konnte man schnell missliebige Leute als deren Verursacher denunzieren, sie quälen, sie vernichten und ihre Vermögen einziehen. Und hier lässt sich der Bogen spannen von Papst Innozenz III. bis zu den Bamberger Fürstbischöfen dieser Zeit, aber auch zu Luther. Ja, die Protestanten standen den Katholischen da in wirklich nichts nach.

Aufpassen und kritisch begleiten sollte man immer all diejenigen Menschen, Institutionen und Konzerne, die mit viel Geld und Macht hantieren, um Exzesse zu vermeiden, die allen schaden.
Sagen muss man also, woher der "Fanatismus", woher der "Defekt im Denken" kam. Tut man das nicht, richtet man die Opfer ein zweites Mal hin!

Gerd Bauer, Bamberg