Bamberg

Gebt das Hanf frei!

Es war mal wieder soweit. Der Polizei ist es gelungen, ein weiteres Großverbrechen aufzudecken: Bei Anwohnern im Landkreis Bamberg wurden Marihuanapflanzen gefunden (http://www.infranken.de/regional/bamberg/Polizei-erntet-Marihuanaplantage-ab;art212,491181), beschlagnahmt und vernichtet...
Es war mal wieder soweit. Der Polizei ist es gelungen, ein weiteres Großverbrechen aufzudecken: Bei Anwohnern im Landkreis Bamberg wurden Marihuanapflanzen gefunden (https://www.infranken.de/regional/bamberg/Polizei-erntet-Marihuanaplantage-ab;art212,491181), beschlagnahmt und vernichtet. Mal wieder, denn irgendwie liest man immer diese kleinen Erfolge gegen das Schwerverbrechen des Marihuana-Anbaus.

Man könnte sich aber natürlich auch die Frage stellen, ob Gesetze, die so einen sichtbaren Teil der Bevölkerung kriminalisieren, noch zeitgemäß sind. Auch wenn Cannabis keine gänzlich ungefährliche Substanz ist, so zeigen wissenschaftliche Untersuchungen wie auch praktische Erfahrungen aus anderen Ländern, dass ein selbstbestimmter Konsum und eine legale Abgabe möglich sind.

Genau deswegen setze ich mich für eine Legalisierung ein. Es ist allemal besser, Konsumenten aufzuklären, zu schützen und aus dem Schwarzmarkt zu holen – denn dort kommen sie noch eher mit härteren Drogen in Kontakt. Die weiteren Vorteile für die Allgemeinheit sind offenkundig: Durch die Steuereinnahmen können die wenigen Behandlungskosten abgefangen werden. Die Konsumenten bekommen garantiert sauberes Cannabis, das nicht durch irgendwelche Mittel von Dealern gestreckt wurde. Das senkt die Gesundheitskosten erheblich.

Mögliche Wege zur Legalisierung gibt es viele; wir müssen nur in andere EU-Staaten schauen. In einigen wurde der Drogenmarkt für Konsumenten vollkommen legalisiert, wie in Polen. In anderen, wie in Holland, kann Cannabis in Coffeeshops erworben werden. In Spanien gibt es sogenannte Cannabis-Social-Clubs: Das sind Vereine, in denen sich Konsumenten zusammenschließen können, um dort für den Eigenbedarf Hanf anzubauen. Sowohl im holländischen als auch im spanischen Modell gibt es die Möglichkeit, die Konsumenten aufzuklären und Steuereinnahmen für den Staat zu erzielen.

Wenn man dieses noch mit einem effektiven Jugendschutz ergänzt, wären wir so weit, einen Schwarzmarkt in einen legalen Markt zu überführen und für uns alle dabei etwas herauszuholen. Wenn ich mir betrachte, wie feierlich auch in diesen Wochen dem Alkohol – ein weit gefährlicherer Stoff in Sachen Gesundheitsgefährdung und Suchtpotential – gefrönt wird, dann fragt man sich als aufgeklärter Mensch einfach nur, warum Cannabis nicht längst legalisiert wurde.
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