Fahrradstellplätze

Zugegeben: Es ist nicht einfach, aber grundsätzlich machbar, auch in festlicher Kleidung radzufahren. Vielfach bietet sich der öffentliche Personenverkehr als Alternative an, wenngleich dessen Angebotsqualität in Bamberg, freundlich ausgedrückt, ausbaufähig erscheint...
Foto: Ferenc
Zugegeben: Es ist nicht einfach, aber grundsätzlich machbar, auch in festlicher Kleidung radzufahren. Vielfach bietet sich der öffentliche Personenverkehr als Alternative an, wenngleich dessen Angebotsqualität in Bamberg, freundlich ausgedrückt, ausbaufähig erscheint. Jedenfalls ist die Nutzung des eigenen Autos keineswegs immer notwendig. Luftbelastung, Ressourcenverbrauch, Verkehrslärm und gesundheitliche Auswirkungen sind nur einige der Gründe, die Wahl des Verkehrsmittels bewußt vorzunehmen.

Leider beschränkt die Stadt Bamberg ihre diesbezügliche „Unterstützung“ weitgehend auf folgenlose Lippenbekenntnisse. Beispiel: Konzert- und Kongreßhalle an der Mußstraße.

Karsamstag, früher Abend, durchwachsenes Wetter, im Fernsehen steht das prestigeträchtige Fußballländerspiel Deutschland - England auf dem Programm. In der Konzerthalle führen Jugendliche das Musical „Petrus“ auf - in hervorragender Qualität übrigens. Der Saal ist gut gefüllt, doch bei weitem nicht voll.

Hoffnungslos überfüllt sind aber die Fahrradstellplätze vor der Halle - immerhin Anlehnbügel (über die ästhetische Gestaltung darf man geteilter Meinung sein - da nicht für Autos gedacht, durften sie wohl nicht viel kosten), aber in deutlich zu geringer Zahl und ohne jeglichen Schutz vor Witterungseinflüssen. Für Anhängergespanne (Kindertransport), mehrspurige Fahrräder (Kindertransport, mobilitätseingeschränkte Menschen, ...), Tandems oder Liegeräder wären sie ohnehin nicht geeignet.

In einer Stadt, die nicht müde wird, sich selbst als „fahrradfreundlich“ zu bezeichnen, genügt nicht einmal ein qualitativ mittelmäßiges Stellplatzangebot zu nachfrageschwacher Zeit dem mengenmäßigen Bedarf.

Die Situation am Obstmarkt paßt ins Bild: Die dortigen Stellplätze, meist ebenfalls überfüllt, entfallen während der Sanierung der Oberen Brücke ersatzlos. Die Stadt Bamberg verweist auf nahegelegene Abstellmöglichkeiten - und macht sich damit geradezu lächerlich. Denn auch die sind dauerhaft überlastet.

Neue bedarfsgerechte Fahrradstellplätze sind, ungeachtet des nicht zu übersehenden Bedarfs, in Bamberg kaum durchzusetzen. Im Gegenzug duldet die Stadt großzügig, werden die vorhandenen durch unzulässig dort abgestellte Krafträder blockiert.
Verwandte Artikel