Ziegelerden

Erste Tarifrunde an der Frankenwaldklinik ergebnislos vertagt.

Kronach (bu) „Die Klinik droht in eine finanzielle Schieflage zu geraten“, so Philipp Löwenstein, Geschäftsführer der Helios Frankenwaldklinik zum Auftakt der Tarifrunde 2020/2021. Die Klinik habe, laut Löwenstein, massive Umsatzeinbrüche und dass, obwohl die Belegung derzeit außerordentlich gut sei...
Kronach (bu) „Die Klinik droht in eine finanzielle Schieflage zu geraten“, so Philipp Löwenstein, Geschäftsführer der Helios Frankenwaldklinik zum Auftakt der Tarifrunde 2020/2021. Die Klinik habe, laut Löwenstein, massive Umsatzeinbrüche und dass, obwohl die Belegung derzeit außerordentlich gut sei. Die Aussage des Klinikgeschäftsführers verwundert die ver.di-Tarifkommission, zumal die Helios Frankenwaldklinik Kronach im letzten Jahr mit einem Gewinn von über drei Millionen abgeschlossen hat. Und dennoch ist diese Aussage mehr als das übliche Gejammere zum Beginn einer Tarifauseindersetzung.

Die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft ver.di hatte den Vergütungstarifvertrag für die Helios Frankenwaldklinik Kronach zum 30.09.2020 fristgerecht gekündigt. Seitdem befindet sich der Tarifvertrag in Nachwirkung. Die Gewerkschafter aus Kronach haben daher für die Beschäftigten der Klinik eine Lohnerhöhung von insgesamt sieben Prozent gefordert - bei einem Mindestsockelbetrag von 200,00 Euro. Die Gewerkschafter wollen hier insbesondere die unteren Einkommensgruppen stärken. Bei der Findungsdiskussion zur Tarifforderung war es den Gewerkschaftern auch wichtig, dass alle an der Notfallversorgung beteiligten Berufsgruppen vergütungstechnisch gleichgestellt werden. Darüber hinaus fordern die „ver.dianer“ einen deutlichen Coronabonus für die Beschäftigten an der Klinik, die sich bei der Versorgung von an Covid erkrankten Patienten an vorderster Front befanden und somit einem erhöhten Infektionsrisiko und einer höheren Arbeitsbelastung ausgesetzt waren. Diese Mitarbeitergruppe soll einen deutlichen Coronabonus in Höhe von 1.500,00 Euro erhalten. Mitarbeiter, die nicht mit Covid-Patienten konfrontiert waren, soll der Bonus 800,00 Euro betragen.

Die verhandlungsführenden Verantwortlichen von der Helios Frankenwaldklinik Kronach, allen voran der Klinikgeschäftsführer, wiesen die Forderungen der Gewerkschaft als deutlich überzogen zurück. Für den Zeitraum vom 01.10.2020 bis zum 31.03.2021 hat die Klinikleitung überhaupt keine Tariferhöhung angeboten. Die Beschäftigten sollen hier gerade in der sehr intensiven Zeit der Bekämpfung der zweiten Welle der Corona-Pandemie vollkommen leer ausgehen. Lediglich ein symbolischer Bonus von 400,00 Euro wurde von der Arbeitgeberseite angeboten. Zum 01.04.2021 bot dann die Klinikleitung eine lineare Gehaltserhöhung von 1,8 Prozent an, zum 01.03.2022 sollen die Löhne noch einmal um 2 Prozent steigen. Nach Willen der Klinikgeschäftsführung soll der Tarifvertrag bis zum 31.12.2022 gelten.
Bei einem derzeitigen Reallohnverlust und den zu erwartenden Steigerungen der Lebenshaltungskosten zur kommenden Finanzierung der Folgen der Corona-Pandemie ist dieses Angebot für die Gewerkschafter inakzeptabel. Im Gegenteil: Das Arbeitgeberangebot wird nahezu als Affront gegen die Beschäftigten der Helios Frankenwaldklinik gewertet. Die Tarifkommission unter der Verhandlungsführung von Kathrin Weidenfelder erarbeitet jetzt ein Gegenangebot, dass die berechtigten Interessen der Beschäftigten der Helios Frankenwaldklinik berücksichtigt. Kathrin Weidenfelder hierzu:
„Wir sind keinesfalls die Betonköpfe, als die wir gerne hingestellt werden. Aber es muss klar sein, dass die Beschäftigten im Gesundheitswesen mehr verdient haben, als ein fragwürdiges Almosen und öffentlichkeitswirksamen Applaus“.