Wilhelmsthal

Eine schier unendliche Geschichte

Über 15 Jahre sind vergangen, seitdem das Landgericht Coburg einen damals 26jährigen Wilhelmsthaler wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt und in das Bezirkskrankenhaus Bayreuth eingewiesen hat...
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Über 15 Jahre sind vergangen, seitdem das Landgericht Coburg einen damals 26jährigen Wilhelmsthaler wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt und in das Bezirkskrankenhaus Bayreuth eingewiesen hat. Trotzdem beschäftigt der Fall die Justiz immer noch.

Durch die Anzeige der Mutter und der Geschwister von Lars H. im November 2003 auf der Polizeiinspektion Kronach, wurde eine lange Kette von Ereignissen ausgelöst. Vorläufiger Höhepunkt war die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes aus Straßburg im Juli 2012, bei der 7 Richter eine Verletzung der Konvention zum Schutz der Menschenrechte feststellten (Aktenzeichen 26171/07) und Deutschland entsprechend zur Wiedergutmachung verpflichteten.

Zwar sollte durch eine solche Entscheidung das Verfahren neu aufgerollt werden, um den Verstoß gegen die Menschenrechte zu beheben, aber in nun fast 8 Jahren, ist jeder Versuch in diese Richtung gescheitert und die Justiz in Bamberg verteidigt die Entscheidung ihrer Kollegen aus Coburg mit Zähnen und Klauen.

Gerade erst am 20. Mai diesen Jahres, wurde ein entsprechender Antrag des erfahrenen Anwalts Dr. Dr. Johannes Driendl aus Bayreuth vor dem Landgericht Bamberg abgewiesen. Man sehe keinen Zusammenhang zwischen dem Verstoß gegen die Menschenrechte und dem Urteil aus Coburg, so die Begründung. Obwohl der Vertreter des Bundesjustizministeriums im Verfahren in Straßburg bereits zugegeben hatte, dass das Strafverfahren in seiner Gesamtheit unfair war.

In einer ersten Stellungnahme erklärte Lars H., dass er von dieser Entscheidung natürlich enttäuscht sei, da es ja auch im Interesse der Justiz sein sollte, ergangenes Unrecht zu beheben. Die weiteren Schritte müsse er aber erst mit seinem Anwalt besprechen. Für eine Stellungnahme zu der Entscheidung von Seiten des Landgerichts Bamberg war leider bisher niemand bereit.

So werden der langen Geschichte wohl noch ein paar weitere Kapitel hinzugefügt werden. (Claudia Varell, Union Hall)