Dr. Manfred Eger gestorben

Dr. Manfred Eger gestorben Die Stadt Wallenfels trauert um den am 29.2.2016 verstorbenen Dr. Manfred Eger. Der Verstorbene wurde am 17.9.1927 in Wallenfels (Hs-Nr. 36) geboren. Er war das älteste von 4 Kindern der Eheleute Andreas und Maria Eger...
Foto: Behrschmidt
Dr. Manfred Eger gestorben
Die Stadt Wallenfels trauert um den am 29.2.2016 verstorbenen Dr. Manfred Eger. Der Verstorbene wurde am 17.9.1927 in Wallenfels (Hs-Nr. 36) geboren. Er war das älteste von 4 Kindern der Eheleute Andreas und Maria Eger. Im Schulalter zog er mit seiner Familie nach Augsburg und erlebte den zweiten Weltkrieg mit seinen schrecklichen Folgen. Sein Vater kam dabei ums Leben. Seine Sehnsucht trieb ihn immer wieder nach dem heimatlichen Wallenfels. Nach dem Studium in Erlangen und der Promotion zum Dr. phil. zog er am 28.10.1954 nach Bayreuth. Am 26.5.1955 heiratete er seine Frau Anneliese in Wallenfels. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, Andi und Ulla, hervor. Seine große Sorge galt seinen behinderten Sohn Andi, um den er sich liebevoll mit seiner Frau kümmerte.
Jahrelang war er Feuilleton-Chef und Kritiker bevor er 1973 die Leitung der Richard-Wagner –Gedenkstätte in Bayreuth übernahm. Von 1976 bis 1993 war er u. a. Leiter des WahnfriedArchivs/Richard-Wagner-Archivs, wissenschaftlicher Leiter der Richard-Wagner-Stiftung, sowie Leiter des Richard-Wagner-Museums. Von 1980 bis 1993 war er zusätzlich auch noch Leiter des Jean-Paul-Museums. Zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge, sowie Rundfunkbeiträge zeigen das umfangreiche berufliche Wirken.
Dr. Manfred Eger war ein ganz außergewöhnlicher und sicherlich auch ganz untypischer Träger der Bürgermedaille, die ihm durch einstimmigen Stadtratsbeschluss am 18.11.2007 verliehen wurde. In der Laudatio durch 1. Bgm. Peter Hänel erwähnte er u.a., dass der Geehrte weltweites Ansehen genieße und trotzdem sein Herz in Wallenfels geblieben ist. Stets habe er Heimatliebe, Brauchtum und Tradition deutlich gemacht. Er war ein großer Sohn der Stadt Wallenfels. Als gebürtiger Wallenfelser war er stets heimatverbunden. In den 50er Jahren fotografierte er viele alte Häuser, an die sich die jüngere Generation schon nicht mehr erinnern kann. Er vermachte diese Fotos, die Zeugnis einer längst vergangenen Welt sind, der Stadt. Diese seine Heimat hat er jedoch nicht nur in Bildern festgehalten, sondern durch sein vor wenigen Jahren veröffentlichtes Buch „Daheim“ in Erinnerungen festgehalten. Beim Lesen kann man dabei sein, wenn er durch die Straßen geht, von Großvaters Mühle und dem Rauschen der Sägemühle erzählt. Zahlreiche Kindheits- und Jugenderinnerungen werden lebendig. Es ist eine ganz besondere Schreibweise die den Leser mitnimmt und in eine Zeit versetzt, wie sie Manfred Eger selbst erlebt hat. Sehr glücklich war er darüber, dass diese, seine Erinnerungen an Wallenfels, noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurden.
Unvergesslich ist seine Festansprache zum 750jährigen Jubiläum von Wallenfels (veröffentlicht im Buch: Wallenfels – des sinn mije) am 26.6.1998 mit dem Titel „Mein Wallenfels“. Es war eine sehr persönliche Ansprache in der seine Kindheit und Jugend besonders erwähnt wurde. Dabei hat er seine Liebe zu Wallenfels in deutliche und ausdrucksstarke Worte gefasst. Besonders die Schlosskapelle (Festlogo), Fronleichnam und „seine Trommler“ hatten es ihm angetan. Er erwähnte u.a., dass es neben dem Wallenfelser Heimatlied von Rektor Johann Baptist Eichhorn „Mein Wallenfels“ noch ein anderes akustisches Wahrzeichen gibt, nämlich die Fronleichnamstrommeln und dessen Wirkung. Er
sagte, „… dieser Rhythmus ist bei aller Kraft so eigenartig gelassen, wie ich das so sonst nirgendwo gehört habe – er wirkt so ernst und feierlich, andächtig.“ Und wenig später sagt er, dessen Lebensinhalt ja die Musik war: „Keine Musik der Welt könnte feierlicher klingen als dieser Trommlerrhythmus.
Am Ende seiner Ansprache zitierte er Jean-Paul: „Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Es war eine umjubelte und immer wieder zitierte Festansprache, die den Wallenfelsern sichtlich gut tat.
Mit seinen Erinnerungen durch verschiedene Veröffentlichungen, seiner Rede, seinen Texten und Fotos hat er seiner Heimatstadt Wallenfels viel gegeben.
Am vergangenen Freitag fand im Beisein einiger Wallenfelser, u. a. 1. Bgm. Jens Korn, 1. Bürgermeister i.R. Peter Hänel und einigen Trommlern in St. Georgen Bayreuth die Trauerfeier mit Beerdigung statt. Pfarrer Michael Gräf und auch 1. Bgm. Jens Korn erwähnten die große Lebensleistung und die besondere Liebe zu seiner Heimatstadt Wallenfels. „Seine Trommler“ mit Tambourmajor Reinhard Stumpf erwiesen ihm die letzte Ehre und begleiteten den Sarg von der Friedhofshalle zum Grab mit dem Parademarsch.
Ein großer „Wallenfelser“ ist von uns gegangen.
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