Die komplette Selbstdemontage der CSU – und jetzt kommt der Kater

„Ausländer-Maut“, die Drohung, die Energiewende platzen zu lassen und fortgesetzte schwere Diskriminierungen gegenüber Schwulen und Lesben – die Politik dieser Partei geht an Moderne und Realität vorbei...
„Ausländer-Maut“, die Drohung, die Energiewende platzen zu lassen und fortgesetzte schwere Diskriminierungen gegenüber Schwulen und Lesben – die Politik dieser Partei geht an Moderne und Realität vorbei. Die CSU betreibt heute eine Politik von vorvorgestern.

Erinnern Sie sich noch an Alexander Dobrindt? 2013 – als CSU-Generalsekretär – beschimpfte er Schwule und Lesben als „schrille Minderheit“. „Die Menschen wollen keine Veränderung der Gesellschaft“, tönte er die Realität verkennend.

Jetzt entgleist Dobrindt wieder, nämlich als Bundesverkehrsminister mit der „Ausländer-Maut“ der CSU. Dabei war von Anfang an klar, dass die Maut niemals würde kommen können. Merkel war dagegen, die Deutschen auch, außer den dauerabonnierten bayerischen CSU-Anhängern. Alle Nachbarn in der EU sowieso. Mit einer Bierdimpfel-Politik hatte man die Gefolgschaft in den Bierzelten zur CSU-Wahl gelockt. Jetzt kommt der Kater.

Gleiches Spiel mit der Energiewende. Erst jahrzehntelang an der Atomenergie rechthaberisch festgehalten, dann stört man sich aktuell daran, Atommüll in Bayern zu lagern. Natürlich will niemand Atommüll im Land haben. Aber dann zu drohen, die Energiewende scheitern zu lassen, ist einfach nur noch kindisch.

Die CSU betreibt keine erwachsene Politik mehr. Sie spielt im bayerischen Sandkasten, und wenn es nicht nach ihrem Kopf geht, dann droht und spuckt sie oder spielt die beleidigte Leberwurst. Das bayerische Kind ist unartig, weil es keine Sonderrolle mehr spielen darf. Erst, wenn es wieder vernünftig ist, dann darf es wieder mitspielen. Doch für Dobrindt gilt: der Mann ist fällig – für den Rücktritt.

Die Zeit