Lichtenfels

DER ICE UND DIE ALTERNATIVEN

Man sollte sich wohl keine Illusionen machen: Der ICE München – Berlin fährt ab 2017 sowohl an Lichtenfels als auch an Coburg vorbei. Der Coburger Traum wenigstens an den Tagesrandzeiten bedient zu werden wird wohl nach einer kurzen Versuchszeit und anschließender Bilanz hinsichtlich Zeitverlust und...
Man sollte sich wohl keine Illusionen machen: Der ICE München – Berlin fährt ab 2017 sowohl an Lichtenfels als auch an Coburg vorbei. Der Coburger Traum wenigstens an den Tagesrandzeiten bedient zu werden wird wohl nach einer kurzen Versuchszeit und anschließender Bilanz hinsichtlich Zeitverlust und Anzahl der ein- und aussteigenden Fahrgäste ausgeträumt sein. Trotzdem sollte die Einschleifung der ICE-Strecke ins Nahverkehrsschienennetz der Bahn nicht ganz umsonst sein. Dass ICE-Neubaustrecken nicht nur von ICEs sondern auch vom Regionalexpress befahren werden können zeigt uns das Beispiel Nürnberg – München. Dort sind seit Jahren im 2-Stunden-Takt RE-Züge mit bis zu 200 km/h und einigen Zwischenhalten unterwegs. Genau dieses Model mit einer RE-Verbindung (Nürnberg) - Bamberg – Lichtenfels – Coburg - Erfurt würde die erforderliche Anbindung der Landkreise Lichtenfels, Kulmbach, Kronach, Coburg, Sonneberg und Hildburghausen an den Schienenfernverkehr sowohl in nördliche als auch südliche Richtung sicherstellen. Allerdings wäre es nun höchste Zeit auf politischer Ebene die nötigen Schritte zu unternehmen. Der Weg vom Wunsch zur Realisierung ist lang und mit bürokratischen Hindernissen gepflastert (Bedarfsanalyse, Beschlüsse diverser kommunale Gremien, Abstimmung der Eisenbahngesellschaften Bayerns und Thüringens, Ausschreibung, Beschaffung des Zugmaterials u.s.w.). Initiative ist gefragt aber man kennt ja das Motto vieler Lokalpolitiker: „Jetzt wart mer erst mal ab und dann seh mer scho.“

Thomas Kandler
Lichtenfels