Dank Sommerpause Makler noch lange nicht in Not – Mieter schon

Die Reform des Mietrechts lässt weiter auf sich warten. Neben der sogenannten „Mietpreisbremse“ steht vor allen Dingen die Neuregelung zur Vergütung der Wohnungsmakler im zentralen Blickfeld der rund 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die jährlich umziehen...
Die Reform des Mietrechts lässt weiter auf sich warten. Neben der sogenannten „Mietpreisbremse“ steht vor allen Dingen die Neuregelung zur Vergütung der Wohnungsmakler im zentralen Blickfeld der rund 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die jährlich umziehen.

Ab 2015 soll endlich das marktwirtschaftliche Prinzip „wer bestellt, der zahlt“ gelten. Damit müssen Vermieter, die für ihre Wohnungen Mieter über einen Makler suchen, auch die Maklercourtage bezahlen. Beauftragt der Mieter einen Makler mit der Wohnungssuche, dann kommt der Mieter für die Maklerprovision auf.

Soweit eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch die Praxis sieht leider immer noch ganz anders aus. Während Makler sich reihenweise bei den Inserenten von Mietangeboten anheischig machen, um die freien Wohnungen „für den Vermieter kostenlos“ in ihr Portfolio aufnehmen zu dürfen, stößt der gewöhnliche Wohnungssuchende bei etlichen Maklern gerne auf Desinteresse – und der Mieter bezahlt den vom Vermieter beauftragten Makler.

Das soll geändert werden. So informiert derzeit der Bundesrat auf seiner Homepage, dass die Bundesregierung einen entsprechenden Gesetzentwurf nach der „Sommerpause“ beschließen wolle und dass das Gesetz ab dem Jahr 2015 greifen solle.

Angesichts der jahrzehntelang bekannten Brisanz und der seit 2012 verstärkten öffentlichen Debatten, ist die Umsetzung des Prinzips „wer bestellt, der zahlt“ zwar nähergerückt, doch einen konkreten Termin gibt es immer noch nicht.

Wer kann, der wartet als Mieter also ab – was auch die Maklerwirtschaft spürt und so wegen Minderbeschäftigung die „Sommerpause“ nutzen kann, noch eifrig Kontrapunkte gegen die Neuregelung aufzuwärmen. Das stärkste Argument dabei sind immer noch die Rechenspiele, wie viele Arbeitsplätze die Reform angeblich kosten würde. Wohl ahnend, dass Vermieter sich seltener in Notsituationen befinden wie verzweifelte Mieter, und deshalb die Vermietung künftig wieder selbst in die Hand nehmen.

Auch die Lokalpolitik, die sonst gerne ungefragt ihre Ansichten zu allen möglichen Themen via Städtetag und Landkreistag in den Äther pustet, lässt das Thema anscheinend kalt. Die Wohnungssuchenden müssen eben sehen, wo sie bleiben. Vielleicht kommt die Reform 2015, vielleicht auch nicht. Im Zweifel gilt halt: „Es gibt Wichtigeres!“ Aber was kann schon wichtiger sein als eine Sommerpause und den Säckel der Mieter zwischenzeitlich weiter zu leeren.
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