Haßfurt

Bereitschaftspraxis: Nur Verteilungskämpfe - Der Hintergrund ist Geld, was sonst

Die ÄrzteZeitung berichtet am 24.11.2015 über Hintergründe zur Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Derzeit forciert die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) die Einrichtung neuer Bereitschaftspraxen...
Foto: EPINO-Ebern
Die ÄrzteZeitung berichtet am 24.11.2015 über Hintergründe zur Reform des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Derzeit forciert die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) die Einrichtung neuer Bereitschaftspraxen.

Warum die plötzliche Eile?

Laut ÄrzteZeitung befürchte die KVB, dass sich Kliniken durch das mittlerweile verabschiedete Krankenhausstrukturgesetz auf Kosten der KVB „sanieren“ könnten. Nach dem neuen Krankenhausstrukturgesetz sei nämlich „die Einrichtung von Portalpraxen in oder an Krankenhäusern oder die Einbindung von Notfallambulanzen der Krankenhäuser in den Notdienst verpflichtend.“ Das Gesetz betrifft alle Krankenhäuser.

Die mit dem Gesetz beschlossene neue Vergütungsweise (morbiditätsbedingte Gesamtvergütung, MGV) würde dem Bericht zufolge den Zugriff der Kassenärztlichen Vereinigung auf diesen Vergütungstopf beschränken und es den konkurrierenden Kliniken ermöglichen, ebenfalls nach diesem abzurechnen.

Verhindert werden solle dies, indem die KVB nun verstärkt ihre eigene Reform des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes vorantreibe und den Kliniken damit praktisch zuvor komme, selbst eine Portalpraxis nach dem Krankenhausstrukturgesetz einzurichten.

In der KVB gehen Stimmen sogar soweit, eine gesetzliche Regelung zu fordern, nach der Patienten eine Gebühr zahlen sollten, wenn sie „ohne Not in die Klinik gehen“.

Der wahre Hintergrund für den neuen Anlauf zur Bereitschafts-Reform der KVB dürfte also überwiegend in Verteilungskämpfen um Geldmittel als in einem konstruierten Ärztemangel zu suchen sein, den es im Landkreis Hassberge so zurzeit nicht gibt.


ÄrzteZeitung, 24.11.2015