Ebern

Baut endlich schöner!

„Baut endlich schöner!“, will man rufen, wenn man den scheußlichen Entwurf für das Mensa- und Betreuungsgebäude sieht, das an die Stelle des Kujath-Hauses hingeklotzt werden soll. Es gibt sie zuhauf: fantasielose, eintönige Neubauten, wie sie bundesweit lieb- und seelenlos in Städte und Dörfer gießk...
Foto: NewOpinion3
„Baut endlich schöner!“, will man rufen, wenn man den scheußlichen Entwurf für das Mensa- und Betreuungsgebäude sieht, das an die Stelle des Kujath-Hauses hingeklotzt werden soll. Es gibt sie zuhauf: fantasielose, eintönige Neubauten, wie sie bundesweit lieb- und seelenlos in Städte und Dörfer gießkannenartig gesprenkelt und vordergründig als innovative zeitgenössische Architektur gepimpt werden.

Und hier bei uns, noch dazu an der alten Stadtmauer, am Anlagenring, der schon seit Jahrzehnten ein verwahrlostes armseliges Bild abgibt: Vermatschte Wege, Hundekacke, abgeholzte Gehölze, ramponierte Springbrunnen-Ruine, Dauer-Graffiti am Sarglager, morsche Bänke, vermooste Denkmäler, abgesackte Ufer, marode Geländer, abgeplatzte Anstriche. Ein Park, der als Grünschnittdeponie herhalten muss. Und vor allem eines: wo sind die Blumen? Wo ist das Schöne? Wo wohnt die Ästhetik? Und es liegt nicht am Geld. Es fehlt am guten Willen. Wie so oft.

Low-Budget-Häuser müssen nicht hässlich sein. Es gibt immer Wege, wie sich Bauherren ein architektonisch hochwertiges Gebäude leisten können, ohne in der Überschuldungsfalle zu landen. Für die Kunst des perfekten städtebaulichen Inszenierens unter historischen Gesichtspunkten reichte manchmal schon ein einfacher Wettbewerb unter Architekten aus, um den richtigen Weg zu finden.

Nun scheint es so, als hätte ein Monstrum aus der Nachkriegszeit den Weg nach Ebern gefunden, ein Low-Budget-Quartier, eine Mensa „Budget“ light, ein Störenfried im Retro-Stil der 50er-Jahre, garantiert ohne Nierentischchen.