Gerade mal eine halbe Stunde dauerte die öffentliche Sitzung des Marktgemeinderats Montagabend. Zum einen gab die Tagesordnung nicht allzu viel her, zum anderen wurde sie zu Beginn von Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) noch um einen Punkt gekürzt, denn die Sparkasse Kulmbach-Kronach hatte den Antrag auf Umbau und energetische Sanierung der Thurnauer Zweigstelle zurückgezogen - und damit auch den Antrag auf Errichtung einer Werbeanlage an den beiden Giebelseiten.

Aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Sparkasse und der Gemeinde geht hervor, dass derzeit geprüft wird, ob die Sparkasse nicht ins alte Rathaus umziehen kann.

In den Entwicklungsausschuss

Wie der Bürgermeister dazu ausführte, soll zunächst ein schlüssiges städtebauliches Entwicklungskonzept rund um das ehemalige Rathaus ausgearbeitet werden. Dies wird einige Monate in Anspruch nehmen.
"Ich bin drüber, das mit den zuständigen Stellen zu eruieren, und ich werde es demnächst unserem Entwicklungsausschuss vorstellen."

Der stellvertretende Pressesprecher der Sparkasse Kulmbach-Kronach, Steffen Potstada, nahm zu den Plänen des Geldinstituts Stellung.

Herr Potstada, was gab den Ausschlag für die Überlegungen?
Steffen Potstada: Am 24. Juli fand ein persönliches Gespräch zwischen den Vorständen der Sparkasse, Bürgermeister Martin Bernreuther sowie den Fraktionsvertretern aus dem Marktgemeinderat im Beisein von Landrat Klaus Peter Söllner statt. Inhalt des Gesprächs war ein gegenseitiger Informationsaustausch in Bezug auf das Umbauvorhaben wie auch auf den alternativen Standort "altes Rathaus". Die Sparkasse hat sich dann entschieden, den vorsorglich gestellten Bauantrag für einen möglichen Umbau der Bestandsgeschäftsstelle von der Tagesordnung des Marktgemeinderats nehmen zu lassen.

Das alte Rathaus war ja vor über 175 Jahren der Geburtsort der Sparkasse in Thurnau. Das Gebäude scheint damit auch von der Historie her ein interessantes Objekt für die Bank zu sein? Was ist aus der Sicht der Sparkasse wichtig, um diesen möglichen Standort zu realisieren?
Im Ergebnis ist es für die Sparkasse wichtig, für Kunden und Neukunden möglichst gut erreichbar und präsent zu sein. Entscheidend könnte demgemäß die Erstellung und Realisierung eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts werden, mit dem die Belebung des Ortskerns um das alte Rathaus gelingen könnte. Hier hat die Sparkasse auch bereits ihre Mithilfe bei der Konzepterstellung zugesagt. Die Einbeziehung der Gemeindevertreter ist für die Sparkasse sehr wertvoll, um am Ende die richtige und bestmögliche Entscheidung treffen zu können.

Wie sehen die zeitlichen Planungen aus, was die Umbauarbeiten oder den möglichen Umzug angeht?
Das hängt unter anderem vom städtebaulichen Entwicklungskonzept ab; dessen professionelle Erstellung wird auf jeden Fall einige Monate in Anspruch nehmen. Wichtig für uns ist das mit der Gemeinde abgestimmte Vorgehen, weshalb auch die Sparkasse und Bürgermeister Bernreuther aktuell eine gemeinsame Presseerklärung verfasst haben.


Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Martin Bernreuther den neuen Ortssprecher von Menchau und Leesau, Hermann Krauß, im Gemeinderat willkommen geheißen. Für den 1. August kündigte er in Felkendorf eine weitere Ortssprecherwahl an.

Keine Einwände hatte das Gremium gegen die Bauleitplanung der Gemeinde Neudrossenfeld. Für den Bebauungsplan "Sondergebiet Altenpflege" wurde ebenso "grünes Licht" gegeben wie für das "Gewerbegebiet an der Autobahn". Dietmar Hofmann (SPD/OL) stellte zum "Sondergebiet Altenpflege" in seiner Eigenschaft als Mitglied des BRK-Kreisvorstands fest, dass nach einer Bedarfserhebung des Roten Kreuzes das geplante Seniorenheim keine weiteren Einrichtungen in der Region tangieren würde.

Zum Gewerbegebiet an der Autobahn werden vom Markt Thurnau auf Vorschlag Bernreuthers aber dahingehend Bedenken geäußert, dass eventuell überregionale Kaufkraft abgeschöpft wird. Klaus Förster (FW) stimmte hier dagegen.

Für die Grundschule werden EDV-Ersatzbeschaffungen für den Computerraum, das Lehrerzimmer und das Sekretariat vorgenommen. Dafür sind im Haushalt 11.500 Euro eingeplant. Veit Pöhlmann (FDP) forderte, die Beschaffungen nicht nach den Wünschen der Lehrer zu orientieren, sondern nach den Erfordernissen für die Kinder: "Der Maximalbetrag im Haushalt sollte nicht als Pflichtaufgabe angesehen werden." Die Verwaltung wurde ermächtigt, die "sinnvollste Lösung" zu suchen.

Die letzten Quecksilber dampfleuchten werden in Kürze durch umweltfreundlichere HSE-Leuchten ausgetauscht. Dabei fallen für die 13 Leuchten am Schlossweiher 11.360 Euro und für sechs weitere im Innerortsbereich 3274 Euro an. Der Umbau und die Erweiterung der Straßenbeleuchtung im Ortsteil Partenfeld wird für die notwendige Erdverkabelung und den Ausbau der Schaltstelle Kosten von 4745 Euro verursachen.