Während des Zweiten Weltkriegs leisteten über 2000 ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene Zwangsarbeit im Landkreis Kulmbach, davon 600 bis 700 im Altlandkreis Stadtsteinach.In dem überwiegend von Landwirtschaft und Kleingewerbe geprägten Oberland gab es so gut wie keine Ortschaft, in der nicht ausländische Arbeitskräfte eingesetzt wurden, um die einberufenen Männer zu ersetzen.

Die "Fremdarbeiter" waren scharfen Kontrollen und Reglementierungen unterworfen, die ihre Bewegungsfreiheit stark beschnitten, wobei die so genannten Fremdvölkischen (Russen, Polen) am stärksten unter den Repressionen zu leiden hatten.


Fokus auf Marktleugast



Der Marktleugaster Historiker Wolfgang Schoberth, Lehrer am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium in Kulmbach, beschäftigt sich seit längerem mit dem Thema Zwangsarbeit in der Region. In dem Vortrag legt der Referent ein besonderes Augenmerk auf Marktleugast und die Nachbarorte.

Angesprochen wird die Verteilung der Arbeitskräfte, ihre Unterbringung in Massenquartieren oder auf Bauernhöfen. Anhand von Beispielen aus dem Alltag soll deutlich gemacht werden, wie Verstöße gegen Ausländerverordnungen geahndet worden sind.

An Beispielen aus dem engeren Umfeld wird gezeigt, mit welchen drakonischen Mitteln Zuwiderhandlungen bestraft worden sind. Dies reicht von einer empfindlichen Geldbuße über eine mehrtägige Polizeihaft bis hin zum verschärftes Straflager (Konzentrationslager).