Michael Förster macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: "Uns bleibt jetzt nichts anderes übrig, als eine weitere Bauvoranfrage zu stellen und dann auf unserem eigenen Grundstück gegenüber dem Rangabauern unser Wohnhaus zu errichten. Wir wollten eigentlich um des Friedens willen oberhalb unseres jetzigen Wohnhauses auf Höhe des Anwesens der Familie Heisinger reinbauen. Es hätte ja auch fast geklappt, wenn Michael Heisinger nicht so massiv auf den Gemeinderat eingewirkt hätte."
Im Gemeinderat entfachte das Vorhaben eine größere Diskussion, an deren Ende nur Bürgermeister Stephan Heckel (CSU) Willi Kolb (SPD), Manfred Richter (WG Kauerndorf), Reinhard Kortschack (FW), Heinz Mösch (CSU) und Frank Eschenbacher (Rangen) den Wunsch der Eheleute Förster erfüllen wollten.

"Missverständnisse"


Heckel verlas zuvor ein Schreiben der Eheleute Förster, die darin Missverständnisse aufklären wollten, die ihrer Meinung nach in der letzten Sitzung zur Bauvoranfrage entstanden sind. Sie machten deutlich, dass es bei der notwendigen Ortsabrundung lediglich um ein Baugrundstück geht und nicht um drei oder vier Parzellen. Dabei gaben sie auch klar zu verstehen, dass sie nur an der vorgesehenen Stelle die Möglichkeit sehen, ein Wohnhaus in Tennach zu errichten.
Rechtlich geklärt werden konnte auch, wie Bürgermeister Heckel mitteilte, dass bei der vorangegangenen Entscheidung über die Bauvoranfrage, die mit 4 zu 7 Stimmen abgelehnt wurde, alle Gemeinderatsmitglieder abstimmen durften. Eine persönliche Beteiligung von Michael Heisinger und Frank Eschenbacher (beide WG Rangen) wurde nicht gesehen. "Es wurden also keine Formfehler begangen", so Heckel.
Reinhold Dippold (Kauerndorf) kritisierte, dass die Bauvoranfrage nun schon mehrfach im Gremium "aufgewärmt" werde. Er verwies darauf, dass die Familie Moser ihr Wohnhaus nur im Rahmen einer Ortsabrundungssatzung errichten konnte. Diese lasse an der linken Seite des Tennacher Ortseingangs noch Wohnhäuser zu, und in diesem Bereich habe auch die Familie Förster ein weiteres Grundstück. "Warum bewegen wir uns jetzt wieder weg und wollen das aufweichen, wenn sich der Gemeinderat eindeutig geäußert hat?", fragte Dippold, der eine weitere "Zersiedelung" des gewachsenen Ortskerns kategorisch ablehnte.
Ähnlich sah es Michael Heisinger: "Wir haben das Thema eigentlich bis zum Erbrechen diskutiert und beraten jetzt ein drittes Mal." Heisinger stellte auch die Frage, ob man eine Voranfrage unendlich vom Gremium behandeln lassen könne:

Brauchen keinen Ausschuss mehr


"Da brauchen wir doch gar keinen Bauausschuss mehr und können uns die Diskussionen sparen. Kann der Gemeinderat einen Beschluss einfach so vom Tisch fegen, und kann ich so lange eine Bauvoranfrage stellen, bis die richtige Konstellation gegeben ist?"
Diese Frage beantwortete Bürgermeister Heckel aber mit einem eindeutigen Ja: "Es ist legitim, dass wir dem Bürger diese Möglichkeit geben, wenn neue Gesichtspunkte gegeben sind."
Für Willi Kolb war die Art und Weise, wie die Bauvoranfrage im Gremium behandelt wurde, "beschämend". Schließlich handle es sich hier nicht um Fremde, sondern um eine Familie aus Tennach. Kolb erinnerte außerdem an die Baugenehmigung für die Familie, die man damals "händeringend" beschlossen habe. Jetzt sei für das ins Auge gefasste Baugrundstück auch der Anschluss an die Wasserversorgung und die Abwasseranlage möglich. "Wir können doch die Baugrundstücke nicht nach Gutsherrenart vergeben. So kann es nicht gehen, dass man eine Familie, die hier ein Grundstück hat, nicht bauen lässt", kritisierte Kolb.
Reinhold Dippold machte allerdings deutlich, dass es sich dabei um einen Außenbereich handelt. "Für mich bedeutet das eine Spirale ohne Ende."