Wenn es um Musik geht, dann ist Lea Sesselmann immer zu begeistern. Immerhin spielt die Achtjährige selbst Flöte. "Später spiele ich vielleicht Querflöte", erzählt sie begeistert. Da kommt ihr "Wim" gerade recht, weil man da über den normalen Musikunterricht hinaus viele tolle Sachen lernen kann.

"Wim", so heißt ein Kooperationsprojekt, das der Musikverein und die Grundschule in Stadtsteinach eingegangen sind. "Wim" bedeutet "Wir musizieren" und ist eine Initiative der Bläserjugend im Nordbayerischen Musikbund, die Vorsitzender Klaus Zahner und Schulleiter Michael Pfitzner gerne aufgegriffen haben.

"Wim" hebt Qualität

Denn "Wim", so erklärt Klaus Zahner, hebt einerseits die Qualität des Musikunterrichts in den Grundschulen und bringt den Musikvereinen andererseits Nachwuchs.
"Eine typische Win-Win-Situation", urteilt Michael Pfitzner.
Besonders erfreulich: Der Freistaat Bayern hat das Projekt, das auf die ersten und zweiten Klassen abzielt, mit 1000 Euro gefördert. Und der Landkreis und die Sparkasse haben noch was drauf gelegt, um den ergänzenden Unterricht durch die Musikpädagogin Susanne Trottmann finanzieren zu können. "Das Projekt läuft jetzt leider aus, wir brauchen neues Geld", erklärt Zahner, ist aber zuversichtlich, dass sich Landkreis und Sparkasse der Sache nicht verschließen werden. "Und notfalls zahlt's der Musikverein aus eigener Tasche."

Über 40 Kinder

Mehr als 40 Kinder der ersten und zweiten Jahrgangsstufe kamen bisher in den Genuss der zusätzlichen Musikförderung - und so manch spezieller Vorführung. Mitglieder des Musikvereins haben schon die verschiedensten Instrumente präsentiert. Natürlich nicht, ohne dass sich die jungen Musiker selbst einmal daran versuchen durften. Am Dienstag hatte Andreas Stark seine Trompeten mitgebracht. Seit 18 Jahre schon spielt er das Instrument - und war überrascht, dass so viele seine jungen Zuhörer dem Instrument saubere Töne entlocken konnten.

Dass es richtig ist, Kinder schon frühzeitig an die Musik und ein Instrument heranzuführen, weiß Susanne Trottmann aus jahrelanger Erfahrung. "Ab der dritten Klasse ein Instrument", empfiehlt die Musikpädagogin. Weil sich dann das musikalische Können festigen lässt, bevor ab der fünften Klasse die schulischen Anforderungen steigen.

Auch die soziale Komponente durch die Gemeinschaft im Verein wirke sich positiv aus, betont Landrat Klaus Peter Söllner, der die Initiative gerne unterstützt.

Lea Sesselmann ist begeistert von der Mini-Trompete, die Andreas Stark mitgebracht hat. Dass sie einmal im Musikverein mitspielen wird, kann schon sein - "wenn das mit Flöte geht".