Fahnenschwingend, in weißen Trikots, mit den deutschen Farben auf den Wagen und schwarz-rot-goldenen Blumenketten um den Hals zogen die Schüler vorbei an zahlreichen Zaungästen durch die Straßen des Kulmbacher Ortsteils.

Stolz trug Pascal Herold ein Trikot, auf dessen Rücken der Name seines Idols prangte: "Bastian Schweinsteiger ist für mich als Fußballer mein großes Vorbild". Warum? "Weil er so toll spielt". Obendrein verriet der Steppke, warum er in seiner Freizeit diesem Steckenpferd frönt: "Es macht einfach nur Spaß."

Die Kinder verwandelten Melkendorf in ein Fahnenmeer: Neben Schwarz-Rot-Gold wehten auch die anderen Landesfarben der WM-Teilnehmer im Wind. In den Vorgärten der Anwohner mit ihrer Blumenpracht flatterten einem alten Brauch folgend jede Menge kleine Fähnchen.

Die guten alten Blumenkränze sind nicht aus der Mode gekommen.
So manches Mädchen hatte mit dem Blickfang seinen Kopf geschmückt. Die zukünftigen ABC-Schützen trugen stolz ihre Ranzen auf dem Rücken. Auch Kinder mit originellen Sonnenschirmen reihten sich in den bunten Zug ein. "Meine Eltern haben den Schirm mit Schmetterlingen, Luftballons und Blumen ausgeschmückt", erzählte der siebenjährige Jakob Hacke. Und auch eine Deutschlandfahne baumelt an seinem Sonnenschutz.

Für Schulleiterin Claudia Schmidt war das Wiesenfest eine Premiere. In ihrer Begrüßung hob sie das gute Miteinander innerhalb der Schulfamilie hervor. In diesem Zusammenhang strich sie die Partnerschaft zwischen den vierten Klassen der Melkendorfer Grundschule und der Werner-Grampp-Förderschule in Kulmbach heraus, die Teile des Unterrichts gemeinsam gestalten. "Das ist ein Stück gelebter Inklusion", zitierte sie Schulamtsdirektor Jürgen Vonbrunn. Dass das Sportgelände des TSV Melkendorf für den Sportunterricht genutzt werden darf, dafür dankte die Rednerin Vorsitzenden Lothar Seyfferth und Oberbürgermeister Henry Schramm, der den Kindern Eis spendierte. Susanne Wiesel vom Elternbeirat dankte allen Helfern und Spendern.

Anschließend ging es mit einem bunten Programm auf dem Schulgelände weiter. Dabei stellten die verschiedenen Jahrgangsstufen ihr sportliches und künstlerisches Talent eindrucksvoll unter Beweis. Die Erstklässler zum Beispiel erfreuten mit einem Singspiel, während die Jungen und Mädchen der zweiten Klasse das Publikum mit Seilhüpf-Akrobatik zum Staunen brachte. Auch auf einer Spielstraße konnten die Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben. Eine Theatervorführung, diverse Ausstellungen und Stände waren weitere Farbtupfer eines abwechslungsreichen Programms. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Jugendkapelle der städtischen Musikschule unter der Leitung von Harald Streit.