Stress möchte Werner Eschenbacher an seinem 80. Geburtstag nicht haben. Deshalb verbringt den Tag lieber mit seiner Frau Margunde in der Toskana. "Später feiere ich dann in Etappen", sagt der Jubilar und lacht. Denn allein seine Familie bringt es auf 16 Leute. "Wenn wir alle zusammen sind, dann bleibt kein Auge trocken!" Er hat drei Kinder - Klaus, Karin und Kai und acht Enkel zwischen vier und 24 Jahren. Besonders freut sich Werner Eschenbacher darüber, dass nicht nur die Kinder in seine architektonischen Fußstapfen treten, sondern auch schon Enkel Tim.

Lehrer und Architekt

"Ich habe eigentlich Tag und Nacht gearbeitet. Neben meiner Tätigkeit in der Berufsschule war ich immer Architekt. Aber das Arbeiten hat mich immer gesund erhalten. Das schadet nichts", erzählt der Jubilar. Auch heute noch kann er es nicht lassen. Er plant aktuell einen Umbau seiner Hausfassade.
"Das Holz muss weg, das muss ein bisschen anders werden."

Außerdem ist er noch im Aufsichtsrat der Kneitz AG in Wirsberg. Überhaupt war die Textilbranche immer seine Leidenschaft. Werner Eschenbacher hat beispielsweise Gebäude für die Firma Erhardt & Sohn in Eppenreuth gebaut, für die Firma Horn in Grafengehaig oder für die Firma Gerber in Weismain, um nur einige zu nennen. "Da war eben meine Profession und hat mir neben meiner Lehrtätigkeit immer Spaß gemacht."

Wie er einen Fulltime-Job als Berufsschulleiter und seine Berufung als Architekt unter einen Hut gebracht hat, das kann Werner Eschenbacher heute selbst nicht mehr erklären. Im Laufe der Jahre hat sich aber viel geändert. "Was ich bedauere ist die Tatsache, dass sich die heutige Architektur zu sehr den technischen Notwendigkeiten und den Anfordernissen der Wirtschaft unterwerfen muss. Es bleibt nur wenig Gestaltungsfreiheit."

Viel verändert hat sich auch bei der Berufsschule. "Anfangs war die Berufsschule städtisch und wir waren an der Oberen Schule untergebracht und an 18 Orten verteilt in Kulmbach. Wir unterrichteten praktisch überall dort, wo Platz war", erzählt Eschenbacher. "Als die Stadt dann in der Georg-Hagen-Straße baute, das war für uns ideal." Eschenbacher erzählt, wie er als junger Lehrer 1957 an die Berufsschule gekommen und sich dann aufgestiegen ist. "Man kann auch vor Ort etwas erreichen", sagt er heute stolz.

Tatsächlich hat Werner Eschenbacher immer Weitsicht bewiesen. So ist die Berufsschule unter seiner Ägide Unesco-Modellschule (jetzt ist sie Unesco-Projektschule) geworden. Und auch die Verbindung zu Rolex hat Eschenbacher gemeinsam mit seinem guten Freund Horst Uhlemann geknüpft. "Der Rolex-Preis ist heute noch eine Motivation für die Besten."

Die Partnerschaft mit Bursa kam durch die ehemalige Wabag zustande. "Und aus der Partnerschaft ist eine echte Freundschaft geworden." Er hat inzwischen eine echte Sammlung von Reiseandenken aus der Türkei. "Ich war über dreißig Mal am Tophane Meslek Lisesi, wie die Berufsschule in der Türkei mit Gymnasium heißt", erzählt Eschenbacher und zeigt Seidenteppiche und andere Andenken, die er mitgebracht hat. Höhepunkt für ihn war der Erwerb und Umbau eines Hauses - gemeinsam mit dem Lions Club.

Berufsschüler haben das Haus indem alten osmanischen Dorf umgebaut. Dafür haben die Lions und die Berufsschule einen internationalen Award erhalten. Daneben hat sich Eschenbacher immer für eine Partnerschaft mit Israel stark gemacht.

Mit Schwimmen fit halten

Doch nicht nur als Berufsschulleiter war er viel unterwegs, auch privat reist er gerne. Von Alaska bis Feuerland, von Afrika bis Australien, auch China und Japan, Amerika, Mexiko oder die Karibik - er hat quasi alle Länder gesehen. "Aber jetzt lasse ich es zahmer angehen."

Dennoch möchte Eschenbacher aktiv bleiben. Er ist in Studentenverbindungen und in der RAV, aber auch bei den Schützen in Ziegelhütten mit von der Partie. "Ich habe es immer gehalten, wie es einst Franz Josef Strauß formuliert hat: Dankbar rückwärts, mutig vorwärts und gläubig aufwärts."

Werner Eschenbacher hofft an seinem 80. Geburtstag, dass er noch fit bleibt. Er tut jedenfalls alles dafür, geht zwei bis drei Mal pro Woche ins Fitnesstraining und hält sich im Sommer täglich mit Schwimmen fit.