Die erste Sitzung des Marktgemeinderates Marktschorgast 2014 hatte nur zwei Punkte auf der Tagesordnung. Sie schien auch schon nach einen knappen Viertelstunde beendet zu sein, doch dann löste Werner Reichel (CSU) eine längere Debatte über die künftige Grundversorgung mit Lebensmitteln in Marktschorgast aus. Am Ende war man sich im Gremium einig: Es muss eine Art Grundsatzdebatte geführt werden. Alle Möglichkeiten sollen ausgelotet werden, wie es künftig mit der Lebensmittelversorgung weitergehen soll, wenn - wie von den Besitzern angekündigt, der letzte kleine Lebensmittelladen schließt.

"Große" kommen nicht

Dass Einkaufsketten wie Lidl oder Norma in Marktschorgast einen Neubau vornehmen, das scheint für den Gemeinderat illusorisch. Werner Reichel schlug eine Grundlagenforschung vor, um herauszufinden, wie die Bevölkerung über dieses Problem denkt.
Dabei soll geklärt werden, was sich die Bürger wünschen. "Wünscht unsere Bevölkerung vielleicht auch einen Dorfladen oder reicht ein fahrbares Ladengeschäft? Wir sollten eine Grundlage haben, wie die einzelnen Haushalte darüber denken."

"Können nicht zaubern"

Bürgermeister Hans Tischhöfer (FW) warnte vor eine Umfrage: "Sie geht aus wie das Hornberger Schießen." Tischhöfer verwies darauf, dass er mit den Betreibern der örtlichen Geschäfte gesprochen habe. Es müsse geklärt werden, wie eine flächendeckende Versorgung mit Lebensmitteln aufgebaut werden kann. Zweiter Bürgermeister Nikolaus Ott (SPD) stellte fest: "Wir können als Kommune nicht einen Laden herzaubern." Ott war der Meinung, dass man das Ergebnis einer möglichen Umfrage kenne: "Die Bevölkerung von Marktschorgast will weiterhin eine tägliche Grundversorgung mit Lebensmitteln." Bevor man allerdings eine Grundsatzdebatte führe, müssen auch vertrauliche Gespräche mit den bestehenden Ladenbesitzern geführt werden.

"Kommunikationszentrum"

Marc Benker machte deutlich, dass die Frage der künftigen Lebensmittelversorgung in der Gemeinde gegenwärtig sehr stark diskutiert werde. Die Voraussetzungen, die Lebensmittelketten von einem Standort erwarten, könne man in Marktschorgast nicht erfüllen. Benker: "Ich setze meine Hoffnung auf ein bürgerschaftliches Engagement. Das ist eine besondere Herausforderung für uns, denn so ein Laden ist auch ein Kommunikationszentrum. Und mit der Schließung fällt auch eine soziale Bindung weg. Wir müssen auf die Leute offensiv zugehen. Hier ist ein Umdenken notwendig", sagte er. Für den Fraktionsvorsitzenden der CSU ist die Motivation entscheidend, die im Rathaus und vom Marktgemeinderat an den Tag gelegt wird.

Für zweiten Bürgermeister Nikolaus Ott geht mit der Frage des Lebensmittelversorgung auch das gesellschaftliche Leben einher: "Wir sehen die Probleme, aber den goldenen Weg zu finden, wird es nicht geben. Wir haben noch eine Menge zu tun, aber eine Umfrage wird uns nicht weiterhelfen."

Der Findungsprozess

Bürgermeister Hans Tischhöfer war der Meinung, dass damit vorerst eine Diskussion im Marktgemeinderat angestoßen wurde. Man werde versuchen, die bestehenden Verkaufsläden in Marktschorgast in den Findungsprozess mit einzubinden.