Babsi ist ein hartnäckiges Tier. Sie reiht sich im neu gebauten Stall regelmäßig in die lange Warteschlange ein. Die scheue Patricia hält sich da lieber etwas zurück. Sie meidet den Zickenkrieg unter den Milchkühen, bei dem es darum geht, schnell an das leckere Kraftfutter heranzukommen. Das befindet sich im Futtertrog, der - durch Gitterstäbe abgeschirmt - in einer hochtechnisierten Anlage steht: im Melkroboterstand auf dem Hof von Wolfgang und Kathrin Müller im Himmelkroner Ortsteil Schwärzhof, der mit Kraftfutter lockt, beim Melken eben aber nur für eine einzige Kuh Platz bietet.

Über 24 Stunden im Einsatz


70 Kühe werden auf dem Müllerschen Hof gemolken. Bis Ende 2009 war das eine harte Arbeit. Früh um 6 Uhr musste die Familie in den Stall. Wolfgang Müller, seine Frau Kathrin und seine Mutter Helga haben - wie die meisten Landwirte heute noch - Handarbeit geleistet. "Meist zwei Stunden in der Früh und zwei Stunden am Abend. Das war anstrengend", sagt Kathrin Müller, die froh ist, dass jetzt kaum mehr körperliche Arbeit verrichtet werden muss.
Der Melkschemel und das alte Melkgeschirr haben ausgedient. Der Melkroboter leistet die Hauptarbeit auf dem Schwärzhof und steht den Kühen rund um die Uhr zur Verfügung. Wolfgang Müller überwacht den Melkvorgang am Computer - und ist nicht mehr an feste Zeiten gebunden. "Das ist für Milchbauern, wie wir es sind, eine große Erleichterung."
Stolze 120 000 Euro hat der moderne Roboter gekostet, an den sich die Kühe erst gewöhnen mussten. "Bei all der Technik haben die sich wohl gedacht: Oh Gott, was ist denn da jetzt los", mutmaßt Wolfgang Müller, der zugibt, dass auch seine Familie rund vier Wochen gebraucht hat, ehe sie die Umstellung einigermaßen in Griff hatte.

Die Computer-Auswertung


Die Familie ist heute begeistert, und auch den Kühen scheint es inzwischen zu gefallen. Sie können selbst entscheiden, wann sie gemolken werden.

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