Auf 625 Jahre Schultradition in Kulmbach blickt heuer das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium (MGF) zurück, 125 Jahre wird das Gymnasium selbst alt. Was 1393 als Lateinschule begann, hat sich zu einer modernen Bildungsstätte entwickelt, die auf drei Grundpfeilern des Leitbilds "Tradition und Moderne" steht: Potenziale entwickeln und entfalten, Vorbild sein und Werte leben, Ziele setzen und erreichen.


156 Seiten starke Festschrift


Mit viel Stolz präsentierte Schulleiter Horst Pfadenhauer am Mittwochabend in der neuen Pausenhalle den geladenen Gästen die 156 Seiten starke Festschrift. Das Buch ist in einem kräftigen Gelb gehalten. "Sie werden diese Farbe auch in unserem Schulwappen entdecken können", erklärte Peter Prokisch, der mit Peter Gombert bei der Umsetzung des Werkes federführend tätig war. 

Über 40 Verfasser haben sich mit Beiträgen an der Jubiläumsausgabe beteiligt, die festlich und elegant anmutet. "Trotz des höheren Kostenaufwands haben wir Gestaltung und Layout an einen Profi abgegeben", erläuterte Prokisch, "und das war es wert". In der Festschrift finden sich Informationen zur Baugeschichte, zur Elternarbeit und Historie des MGF, auch haben berühmte Ehemalige der Schule Einzug gefunden.


Gottschalks Deutschlehrer sah das "Talent"


Friedrich Taubmann etwa, der ab 1578 die Lateinschule in Kulmbach besuchte und dort die ersten Kenntnisse in der lateinischen Dichtkunst sammelte, oder Showmaster Thomas Gottschalk, der 1971 sein Abitur am MGF ablegte. "Sie verstehen es meisterhaft, eine weitgehende gedankliche Leere durch sprachlich hohes Niveau zu überdecken", äußerte 1967 Gottschalks Deutschlehrer, nachzulesen in der Jubiläumsschrift.

Auch dem Namensgeber der Schule sind einige Seiten gewidmet, ferner stellen sich die verschiedenen Fachbereiche, Projekte, Arbeitsgruppen und Einrichtungen des MGF vor. "Unsere Schule hat in den vielen Jahren ihres Bestehens nicht nur Positives erlebt, es ging auf und ab, immer bestimmt von zwei Faktoren: den handelnden Persönlichkeiten und den großen weltgeschichtlichen Ereignissen", sagte Horst Pfadenhauer.


Präsentation in der Pausenhalle


Die Geschichte der Schule findet sich deswegen nicht nur in der Festschrift wieder, sondern künftig auch an den Wänden der Pausenhalle. Das P-Seminar Geschichte unter der Leitung von Bernhard Striegl hat fünf große Tafeln erarbeitet und gestaltet, die allerlei Wissenswertes über das Gymnasium im ehemaligen Prinzessgarten vermitteln und die feierlich enthüllt wurden. "Die Geschichte unserer Schule - von Schülern für Schüler dargestellt und erklärt", sagte Bernhard Striegl, der mit den zwölf Teilnehmern des P-Seminars eineinhalb Jahre daran gearbeitet hatte.

Gewürdigt wurde am Mittwochabend auch die Arbeit des P-Seminars Biologie. Die Gymnasiasten hatten in aufwendiger Arbeit sämtliche Exponate, Lehrmittel und Anschauungsmaterialien katalogisiert, neu sortiert, aufpoliert, gereinigt und aufgehübscht, da machten sie auch vor den ausgestopften Tieren nicht Halt. "Weiterhin war es uns wichtig, Biologie zum Anfassen anzubieten", sagte Kristin Ott, eine der Teilnehmerinnen. Daher sei der Biologiebereich um ein Aquarium, Geckos und zwei Tauben bereichert worden. "Wir haben über 500 Dias eingescannt und rund 700 Artikel in unsere Datenbank eingetragen", erläuterte der Gymnasiast Nicklas Kolb.

Das MGF hat im Jubiläumsjahr einiges vor. Der Festakt findet am 19. April, das Schulfest am 20. Juli statt.